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Anmerkung:

Die Quenya-Lektionen einschließlich der Übungen werden immer noch verfeinert. In einigen Fällen haben nicht abgeschlossene Revisionen zu Diskrepanzen zwischen den Übungen und den dazugehörigen Lösungen geführt. Der Autor dieses Kurses hofft, dass es ihm gelungen ist, diese Fehler auszumerzen, aber wenn sie vermuten, dass einige der hier vorgeschlagenen Übungen nicht übereinstimmen sollten, laden Sie bitte die jeweils neueste Version sowohl von den Übungen als auch von den Lösungen herunter! Wenn die Unstimmigkeiten auch in den neuesten Versionen auftauchen, kontaktieren Sie bitte die Übersetzerin, die sich im Zweifelsfall an den Autor wenden wird, um ihn darauf aufmerksam zu machen.

Lektion 1

1. Markierung des betonten Vokales oder Diphthongs:

A. Alcar

B. Alcarë

C. Alcarinqua

D. Calima

E. Oronti

F. Únótimë

G. Envinyatar

H. Ulundë

I. Eärui

J. Ercassë

In Christopher Lee's Betonung nai yarVAXëa RASSelya TALTuva notto-CARinnar, sind die Wörter yarvaxëa und taltuva richtig ausgesprochen. Doch rasselya sollte rassELya betont werden und nicht RASSelya, sowie notto-carinnar  notto-carINNar betont werden sollte statt notto-CARinnar. Vielleicht können wir davon ausgehen, dass"Saruman" in dieser Szene in einer magischen Anrufung einen speziellen Rhythmus verwendet, und dabei die normalen Regeln der Betonung ablegt?

 

2.

K. Ohtar: C (ach-Laut)

L. Hrávë: D (hr ursprünglich für stimmloses r, später normales r)

M. Nahta: C (ach-Laut)

N. Heru: A (gehauchtes H, obwohl es imValinorischen Quenya der ach-Laut war)

O. Nehtë: B (ich-Laut)

P. Mahalma: Im frühen Exil-Quenya vielleicht C (ach-Laut), im dritten Zeitalter jedoch eindeutig A (gehauchtes H).

Q. Hellë: A (gehauchtes H)

R. Tihtala: B (ich-Laut)

S. Hlócë: D (die Gruppe hl bedeutete ursprünglich stimmloses l, später normales l)

T. Hísië: A (gehauchtes H)

 

Lektion 2

1.

  1. Pferde

  2. Entweder einfach "König" oder "ein König" mit unbestimmtem Artikel, je nachdem was unsere deutsche Grammatik im Kontext verlangt

  3. Das Pferd

  4. Die Pferde

  5. Könige

  6. Ein Volk unter einem König

  7. Der König und die Königin

  8. Mädchen

2.

  1. Tasari

  2. Eldar

  3. I arani

  4. Lier

  5. I rocco nu i tasar

  6. Vendë ar tári

  7. I tári ar i vendi.

  8. Anar ar Isil (mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht i Anar ar i Isil, da die Quenya-Wörter für diese Himmelskörper offensichtlich als Eigennamen zu zählen sind, die keinen bestimmten Artikel benötigen)

Lektion 3

1.   

  1. (zwei) Augen, (natürliches) Augenpaar

  2. zwei Augen (die nur zufällig oder gelegentlich miteinander in Verbindung gebracht werden, wie die Augen zweier verschiedener Personen, von jeder eines. Die duale Form hendu dagegen bezieht sich auf ein natürliches Augenpaar.)

  3. (die) Zwei Bäume (Baumpaar)

  4. zwei Bäume (zwei beliebige, wohingegen sich aldu auf zwei eng miteinander verwandte Bäume bezieht, wie die Zwei Bäume von Valinor in Tolkiens Mythologie)

  5. ein Mann und eine Frau

  6. die Steine

  7. Böden, Fußböden

  8. Berge

2.

  1. Atta ciryar

  2. Ciryat

  3. Rancu (wenn das Beispiel peu "Lippenpaar" als Beispiel herhalten kann, wirdt die duale Endung -u statt -t immer bei paarweise auftretenden Körperteilen benutzt, auch wenn das Wort kein d oder t enthält).

  4. Orontu (da oron "Berg" den Stamm oront- hat, und deshalb ein -t- auftaucht, dürfte die duale Endung -u sein und nicht -t)

  5. Andu

  6. Aiwet

  7. Atta aiwi

  8. Neri ar nissi

Lektion 4

1.

  1. Ein schwarzes Pferd

  2. Helle Augen (hendu = ein natürliches Augenpaar)

  3. Drei tote Männer

  4. Schöne Vögel

  5. Eine Königin ist eine mächtige Frau

  6. Die Berge sind groß

  7. Beste Lösung: "Ein König [ist] mächtig" mit ausgelassener Kopula, aber es könnte ebenso "ein mächtiger König" bedeuten in etwas ungewöhnlicher Wortreihenfolge (häufiger steht ein attributives Adjektiv vor dem Hauptwort, das es beschreibt: taura aran statt aran taura):

  8. Der Mann und die Frau sind weise.

Zumindest theoretisch könnten die Übungen A, B und D auch übersetzt werden mit "schwarz [ist] ein Pferd", "hell [sind] Augen", "schön [sind] Vögel", mit weggelassener Kopula wie in Übung G. Aber wenn das Adjektiv unmittelbar vor dem Hauptwort steht, müssen wir im Normalfall annehmen, dass es attributiv und nicht prädikativ benutzt wird. Andersherum, wenn die Reihenfolge lautet Hauptwort + Adjektiv wie bei G, kann es gut sein dass die Kopula weggelassen wurde.

2.

  1. I ninquë ando

  2. Alta cirya

  3. I talan ná carnë

  4. Minë morë sar ar neldë ninqui sardi

  5. Sailë arani nar taurë neri

  6. I taura nér ar i vanya nís nar úmië

  7. Eldar nar vanyë

  8. Eldar nar vanya lië (Beachten Sie hier, dass das Adjektiv im Numerus mit dem Singular des Hauptwortes lië "ein Volk" übereinstimmt, das es beschreibt. Es stimmt nicht überein mit dem Plural des Hauptwortes "Elben" wie in der Übung davor!

(In den Übungen K, M, N, O, P kann die Kopula / nar auch weggelassen werden.)

Lektion 5

1.

  1. Die Frau lacht.

  2. Der dickste Zwerg isst.

  3. Die Königin beobachtet (bewacht, beschützt) den König

  4. Der größte Berg ist mächtig

  5. Der Mann ruft das schönste Mädchen

  6. Der Vogel singt

  7. Die Zwerge ergreifen die vier Elben

  8. der mächtigste König ist weise

2.

  1. I nís tíra i analta cirya

  2. I anúmië neri nar firini

  3. I Elda mápëa i parma

  4. Canta neri caitëar nu alda

  5. I assaila Elda cendëa parma (an-saila wird durch Assimilation zu assaila)

  6. I aran ar i tári cendëar i parma

  7. I aiwi lindëar

  8. I canta Naucor tírar aiwë

Lektion 6

1.

  1. Die Männer lasen das Buch.
  2. Die Zwerge aßen.
  3. Der König rief die Königin.
  4. Eine Frau sang.
  5. Die Mädchen wachten über den Elb.
  6. Die fünf Pferde lagen unter dem Weidenbaum.
  7. Die Sterne schienen.
  8. Der Zwerg sah ein Pferd.

2.

  1. Nauco hirnë i harma.
  2. I Elda quentë.
  3. I rocco campë.
  4. I aran mellë Eldar (oder ...i Eldar mit dem Artikel, wenn die Wendung "die Elben" sich auf einige einzelne Elben bezieht statt auf die Elben als Rasse insgesamt).
  5. Nér tencë lempë parmar.
  6. I tári ortanë.
  7. I arani haryaner altë harmar.
  8. I aran ar i tári tultaner canta Eldar ar lempë Naucor. 

Lektion 7

1.

  1. Viele Zwerge besitzen Reichtümer.

  2. Die Sonne wird aufgehen und die Vögel werden singen.

  3. Sechs Männer werden das Tor bewachen (/beschützen)

  4. Jeder Mensch wird sterben.

  5. Alle Menschen sterben.

  6. Ein weiser Mann liest viele Bücher.

  7. Jeder Stern scheint auf (über) die Welt.

  8. Der Elb greift den Zwerg.

In den Fällen A, B, E. F und G wird der Aorist benutzt, um die verschiedenen "allgemeinen Wahrheiten" zu beschreiben, die mehr oder weniger zeitlos sind. Bei H wird der Aorist benutzt, um eine augenblickliche, nicht andauernde Handlung zu beschreiben.

2.

  1. Ilya Elda ar ilya Atan.

  2. I Elda hiruva i Nauco.

  3. I rocco capë or i Nauco.

  4. I aran turë rimbë ohtari ar turuva ilya Ambar.

  5. I aran ar i tári cenduvar i parma.

  6. I ohtar turë macil.

  7. Ilyë rávi matir hrávë.

  8. Enquë rávi mátar hrávë.

 Im Fall K beschreibt der Aorist eine augenblickliche, nicht andauernde Handlung. In den Fällen L und N beschreibt der Aorist (turë) eine allgemeine Charakteristik oder "Gewohnheit" eines individuellen Königs: Der König kontrolliert (immer) viele Krieger, der Krieger führt ein Schwert (allgemein, gewohnheitsmäßig). Im Fall O beschreibt der Aorist eine "allgemeine Wahrheit" über Löwen, im Gegensatz zu der Verlaufsform in P (mátar = "essen gerade"), wo eine momentan stattfindende Handlung einiger Löwen beschrieben wird.

Lektion 8

1.

  1. Der Mann hat den Schatz gefunden.
  2. Die Löwen haben das Fleisch gegessen.
  3. Der König hat die Königin gerufen (zu sich gerufen, einberufen)
  4. Die Frauen haben das Buch gelesen.
  5. Die schreckliche (teuflische) Königin hat die sieben Zwerge gepackt.
  6. Du hast / ihr habt sieben Bücher geschrieben.
  7. Ich habe gesprochen.
  8. Du hast es gesehen.

2.

  1. I nér utúlië.
  2. I otso Naucor amátier.
  3. I seldor ecénier rá imbë i aldar.
  4. I enquë Eldar oroitier i otso Naucor.
  5. I Nauco unurtië harma.
  6. Alaitien [oder alaitienyë] i aran, an i aran elérië ilyë móli.
  7. Alantiel [oder alantielyë], ar ecénienyes.
  8. Emétienyes.

Lektion 9

1.

  1. [Der] Mond scheint (gerade) über die Welt.

  2. Der springende Zwerg fiel durch den Boden.

  3. Ich kann ein singendes Mädchen hören.

  4. Ein ein Schwert führender Mann (eig. "ein Mann, der ein Schwert führt") wird die acht mächtigen Krieger nicht erschrecken.

  5. Ein einen mächtigen Mann packender Sklave ist nicht weise.

  6. Die acht unter den Bäumen liegenden Löwen erwachten, denn die Löwen wollten die Männer fressen.

  7. Ein Löwe kann nicht aufhören, Fleisch zu essen.

  8. Der erschreckende Krieger hörte auf, die Leute zu bewachen, denn der Krieger war nicht weise. (Eine andere mögliche Interpretation: "hörte auf zu beobachten" statt "zu bewachen".)

2.

  1. I nér roitala i Nauco ná ohtar.

  2. I aran mernë lelya.

  3. I vendë úmë verya cenë i tári.

  4. I lálala nissi lender mir i coa.

  5. I tolto lelyala Naucor polir hirë rimbë harmar.

  6. Úmel() laita i Elda, umil() laita i Atan, ar úval() laita i Nauco.

  7. Merin() lelya ter Ambar ar lerya ilyë lier.

  8. Veryala nér lendë ter i ando ar mir i oron.

Die Lösung zu Übung K ("Die Mädchen wagten nicht die Königin zu sehen") ist die einzige mögliche Übersetzung mit dem bis jetzt vorgestellten Vokabular, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, das cen- "sehen" auch benutzt werden kann im Sinn von "treffen", wie ein Deutschsprachiger normalerweise dieses Wort in einem solchen Kontext interpretieren würde. Aber dann kann "sehen" = cen- natürlich in seinem grundlegendsten Sinn benutzt werden, so dass i vendë úmë verya cenë i tári interpretiert werden kann mit "die Mädchen wagten nicht auf die Königin zu sehen / die Königin anzusehen":

Lektion 10

1.

  1. Ich liebe sie tief
  2. Sie singen schön, wie (die) Elben
  3. Alle neun Tore sind bewacht.
  4. Sie wollen es schnell finden.
  5. Du hast zwei Bücher, und letztlich wirst du sie gelesen haben.
  6. Ich habe tatsächlich (wirklich/echt) einen Elb gesehen.
  7. Der versteckte Schatz wird nicht gefunden werden. (möglicherweise verweist die Quenya-Wortfolge úva hirna "...wird nicht gefunden worden sein" auf eine zukünftige Situation.
  8. Sie wollten es nicht tun, denn es zu sehen war genug (genügend, ausreichend)

2.

  1. Elendientë nuldavë ter i nórë. (Sicher haben Sie verstanden, dass "sind gegangen" durch die Perfektform des Verbs lelya- dargestellt wird, oder begannen Sie es durcheinander mir lelyaina oder etwas ähnlichem Verzweifelten, um ein eigenes Wort für "gegangen" einzubringen? Kein Grund dafür...)

  2. I hostainë Eldar merner cenitas.

  3. Técina lambë umë ve quétina lambë.

  4. Lempë ciryar úmer farya; nertë farner.

  5. Anwavë pustuvan [or, pustuvanyë] caritas.

  6. Lintavë hostanentë i nertë ruhtainë Naucor.

  7. Teldavë cenuvalyet ve emériel() cenitat.

  8. Umintë merë hlaritas.

Die Wortreihenfolge ist natürlich etwas beweglich; die Adverbien von M, N und O können wahrscheinlich dem Verb auch folgen (z. B.  hostanentë lintavë für "sie versammelten schnell"). Vergleichen Sie meine eigene Lösung zu I. Aber wenn ein Objekt oder ein Infinitiv folgen, finde ich es ziemlich schrecklich, sie von dem finiten Verb durch Einfügen eines Adverbs dazwischen zu trennen. Natürlich können Sie immer ebenso gut das Adverb an das Ende des Satzes stellen.

Lektion 11

1.

  1. Sie fanden das Schwert des toten Kriegers. (Genitiv eines früheren Besitzers)
  2. Die Sterne des Himmels scheinen. (den Ort anzeigender Genitiv: die Sterne sind im Himmel)
  3. Ich beobachtete die Augen der Frau (dual). (partitiver Genitiv: die Augen der Frau sind ein physischer Bestandteil von ihr )
  4. Sie werden den König der Männer und aller Länder sehen. (Genitiv, der die Beziehung zwisden einem Herrschenden und den Beherrschten beschreibt - Menschen oder Territorium)
  5. Ein Haus ohne Fußböden ist kein echtes Haus. (Der Präposition ú "ohne" folgt der Genitiv, also ú talamion in Quenya).
  6. Die schrecklichen Brüder der Königin wollen die Völker der Welt regieren. (I tário úmië torni Genitiv familiärer Verwandtschaft. Ambaro lier: Genitiv des Ortes - die Völker sind in der Welt)
  7. Die Hörner der Tiere sind groß. (Partitiver Genitiv, wie in Übung C oben.)
  8. Die zehn Löwen aßen schnell das Fleisch des Pferdes (I rocco hrávë "das Fleisch des Pferdes - Genitiv der Quelle, das Fleisch kommt vom Pferd. Beachten Sie, dass das Hauptwort rocco "Pferd" im Genitiv Singular unverändert bleibt, da es bereits auf -o endet.)

 2.

  1. Menelo aiwi [oder (i) aiwi Menelo] cenuvar cainen ohtari imbë i altë síri. (Menelo aiwi "die Vögel des Himmels" - Genitiv des Ortes)

  2. I arano mól [oder (i) mól i arano] ulyanë limpë mir (i) analta i yulmaron [or, mir i yulmaron analta]. (I arano mól "der Sklave des Königs" - Genitiv, der die Beziehung zwiechen Herrschendem und Beherrschtem anzeigt, oder verschiedene Beziehungen zwischen Menschen im Allgemeinen. Beachten Sie ulyanë als Präteritum "goss" in transitivem Sinn. [I] analta i yulmaron oder i yulmaron analta: "den größten der Becher", partitiver Genitiv - der größte Becher von allen erwähnten. Vgl. Tolkiens elenion ancalima "hellster der [/unter den] Sternen".)

  3. I Eldo toron [oder (i) toron i Eldo] hostanë (i) cainen parmar elenion.  (I Eldo toron "der Bruder des ELben": Genitiv familiärer Verwandtschaft. Beachten Sie, dass die Genitivendung -o angehängt an ein Hauptwort auf -a, wie hier Elda, den finalen Vokal ersetzt.(I) cainen parmar elenion "die zehn Bücher über Sterne": der Genitiv wird im Sinn von "über, betreffend" verwendet.  Vielleicht ist auch die Wortreihenfolge elenion cainen parmar möglich, aber sie fühlt sich weniger natürlich an.)  

  4. (I) alta sírë i nórëo [oder i nórëo alta sírë] ullë mir cilya. ([I] alta sírë i nórëo "der große Fluss des Landes" - Genitiv des Ortes. Beachten Sie ullë als Präteritum "ergoss sich" im intransitiven Sinn, im Gegensatz zu ulyanë in Übung J oben,)

  5. Nér ú anto umë polë quetë. (Der Präposition ú folgt der Geintiv; aber hier ist die Genitivendung "unsichtbar", da das Hauptwort anto "Mund" bereits auf -o endet))

  6. Ecénien (i) analta ilyë orontion nu Menel. (Partitiver Genitiv: vgl. Übung oben)

  7. Merin hirë nórë ú altë lamnion ve rávi. (Der Präposition ú folgt der Genitiv; folglich hier lamnion.)

  8. Cenuval(yë) laman ú rasseto. (Genitiv nach ú; rasseto ist der duale Genitiv von  rassë "Horn". Wenn duale Formen für Körperteile immer die Endung -u annehmen - vgl. Tolkien´s peu "Lippenpaar" oder hendu "zwei Augen" - sollte der duale Plural von  rassë vielleicht eher rassu lauten, und dessen Genitiv wäre dann vielleicht rassuo. Tolkiens Absichten können nicht mit letzter Sicherheit rekonstruiert werden. Im Gegensatz zu Lippen oder Augen tauchen Hörner nicht notwendigerweise paarweise auf, somit ist es unklar, ob eine fossile Form wie rassu gerechtfertigter ist als rasset.)

Lektion 12

1.

  1. Beide Formulierungen können wiedergegeben werden mit "der Wein der Elben". Doch die Genitivwendung i limpë Eldaron legt "von den Elben kommender Wein" nahe, Wein, der irgendwie von den Elben hergestellt oder erworben wurde. Auf der anderen Seite impliziert die Formulierung i limpë Eldaiva "Wein, der den Elben gehört", zu der betrachteten Zeit, unabhängig von der Herkunft des Weins.

  2. Du hast (/besitzt) einen Becher Gold. (Yulma maltava "Becher Gold": der possessiv-adjektivische Fall wird für die Zusammensetzung verwendet, zeigt an, woraus etwas besteht.)

  3. Das Pferd des Elben ist in eine tiefe Schlucht (Kluft) gefallen. (I rocco i Eldava "das Pferd des Elben": Possessiver Fall verwendet für gegenwärtige Besitzherrschaft. Man könnte argumentieren, dass Tolkiensche Elben ihren Pferden so nahe stehen, dass sie sie eher als Familienmitglieder betrachten denn als Besitztümer, und dann wäre es angebrachter, den Genitiv zu verwenden: i rocco i Eldo oder i Eldo rocco. Aber wie ich in der Einführung sagte: die "Elben" in diesen Übungen sind nicht notwendigerweise Tolkiensche Elben.)
  4. Männer des Friedens werden keine Krieger sein. (Neri séreva "Männer des Friedens": possessiv-adjektivischer Fall, verwendet für eine anhaltende Eigenschaft).
  5. Große Wände aus Stein verbargen die Häuser der zehn reichsten Männer der Stadt.(Rambar ondova "Wände aus Stein": kompositives -va. I coar i cainen analyë neriva "die Häuser der zehn reichsten Männer": possessiver Fall, verwendet für gegenwärtigen Besitz. [neri] i osto "[Männer] der Stadt": Genitiv als Lokativ, die Männer sind in der Stadt. Beachten Sie, dass das Wort osto hier im Genitiv gebeugt ist, obwohl die Endung -o unsichtbar ist, da dieses Hauptwort schon auf -o endet. Vgl. auch die Übungen L und N unten.)
  6. Das Haus der Schwester des Königs ist rot. (In der Formulierung i coa i arano selerwa hängt der Genitiv i arano "des Königs" ab von  selerwa "der Schwester", deren possessive Form wiederum auf i coa "das Haus" zurückverweist. Der Genitiv bezieht sich auf familiäre Verwandtschaft, der Possessiv auf die gegenwärtige Besitzherrschaft des Hauses. I coa i selerwa i arano, wäre die eindeutigere Wortreihenfolge.
  7. Einer der Sklaven ergriff das Schwert des Königs. (Minë i mólion "einer der Sklaven": partitiver Genitiv; i macil i aranwa "das Schwert des Königs": der possessive Fall, verwendet für gegenwärtigen Besitz. Wenn natürlich der Sklave mit dem Schwert des Königs davonrennt, wendet sich die Angelegenheit möglicherweise stattdessen zu i macil i arano, und der Genitiv zeigt früheren Besitz. Wenn der rebellische Sklave den König mit dessen eigenem Schwert tötet, würde diese Aktion denselben Effekt sofort hervorrufen, und der König sofort zu einem früheren Besitzer degradiert: I macil i aranwa dringt ein in die Brust des Königs, i macil i arano kommt zu seinem Rücken wieder heraus.)
  8. Der Bruder des Mädchens fand all die Reichtümer der elf Zwerge zwischen den vier Hörnern der weißen Berge. (I vendëo toron "Der Bruder des Mädchens": Genitiv familiärer Verwandtschaft; i harmar i minquë Naucoiva "die Schätze der elf Zwerge": possessiver Fall, der gegenwärtigen Besitz anzeigt. I canta rassi i ninqui orontion "die vier Hörner der weißen Berge": entweder partitiver Genitiv, wenn die Hörner (Gipfel) als Teil der Berge betrachtet werden, oder Lokativ, wenn die Hörner als in den Bergen befindlich betrachtet werden.)

2.

  1.  Síri limpeva uller mir i nero anto [oder mir (i) anto i nero]. (Síri limpeva "Ströme von Wein": Kompositiv -va. I nero anto "den Mund des Mannes": partitiver Genitiv, der Mund des Mannes ist Teil von ihm. Beachten Sie also uller, nicht ulyaner, als die intranistive Vergangenheit von ulya- "trinken".)

  2.  I seldoron seler [oder (i) seler i seldoron] hostanë (i) engwi i seldoiva ar lendë mir (i) coa i táriva. (Der Genitiv i seldoron seler "die Schwester des Jungen" bezieht sich auf familiäre Verwandtschaft; die possessiven Formen seldoiva und táriva haben mit gegenwärtigem Besitz der "Dinge" und respektive des "Hauses" zu tun.)

  3. Eine Möglichkeit: (I) muilë i nissiva varyanë alta harma maltava. (In der Formulierung harma maltava "Schatz von Gold, Goldschatz" wird der Fall auf  -va im selben Sinn verwendet wie in Übung B oben – aber "die Verschwiegenheit der Frauen" kann auf verschiedene Weise wiedergegeben werden. Verwendet man wie hier unterstellt den possessiv-adjektivischen Fall, verweist er auf "die Verschwiegenheit der Frauen" als ihr mehr oder weniger permanentes Attribut. Aber man kann auch den Genitiv verwenden, i nission muilë oder (i) muilë i nission, mit Augenmerk eher auf die "Verschwiegenheit" der Frauen zu der aktuellen Zeit in der Vergangenheit, auf die sich die Aussage bezieht. Man kann den Genitiv sogar interpretieren als eine Art Genitiv-Subjekt, mit "den Frauen" als denjenigen, die verschwiegen sind und somit Subjekt der Verschwiegenheit.

  4. Eine Möglichkeit: I minquë ohtari úmer polë varya (i) sérë i osto [oder, i osto sérë], an alta mornië lantanë. ("den Frieden der Stadt" als i sérë i osto wiederzugeben unter Einsatz des Genitivs würde das Augenmerk auf den "Frieden" der "Stadt" als ihr Attribut zu einer spezifischen Zeit legen - mit dem Frieden, von der Stadt ausgehend, sozusagen. Es kann ebenso interpretiert werden als Genitiv des Ortes, mit dem Frieden als in der Stadt befindlichen. Sicher kann man auch (i) sérë i ostova sagen und den Possessiv verwenden, aber dann sprechen wir eher über den Frieden als permanentes Attribut der Stadt, die Mitteilung des Satzes ist aber, dass sich der Frieden als alles andere als dauerhaft erweist. Aber ein Quenya sprechender Major, der einen frommen Wunsch der Art "möge der Frieden der Stadt für immer andauern" ausspricht, könnte ebenso gut ostova sagen.)

  5. Eine Möglichkeit: Lelyuvantë ter nórë altë aldaiva ar rimbë ondoiva, an merintë cenë (i) osto i taura ohtarwa. (Nórë altë aldaiva ar rimbë ondoiva "ein Land großer Bäume und vieler Felsen": der possessiv-adjektivische Fall beschreibt hier charakteristische Merkmale des "Landes". (I) osto i taura ohtarwa ist die natürlichste Übersetzung von "die Stadt des mächtigen Kriegers", wenn wir ihn uns als immer noch lebendig vorstellen, gewissermaßen "im Besitz" der Stadt, in der er wohnt. Aber natürlich können wir auch über einen schon lange gestorbenen Krieger reden, der der Stadt, in der er einst lebte, Ruhm gebracht hat, und dann wäre es natürlicher, den Genitiv einzusetzen, um den früheren Besitz anzuzeigen: (i) osto i taura ohtaro oder i taura ohtaro osto. Diese Formulierung kann auch eine saubere Übersetzung sein, wenn "der Krieger" die fragliche Stadt gegründet hat, da der Genitiv auch einen Urheber anzeigen kann - lebend oder tot.)

  6. Eine Möglichkeit:Ramba muiléva varyanë (i) nurtaina malta i osto [oder i osto nurtaina malta], ar úmen hiritas. (Ramba muiléva "eine Mauer der Verschwiegenheit": der -va-Fall wird hier verwendet als Kompositiv, die metaphorische Mauer ist "gemacht aus" Verschwiegenheit. Beachten Sie die Verlängerung des finalen Vokals in muilë "Verschwiegenheit", wenn die Endung -va angefügt wird, wie es für Wörter auf ui in der vorletzten Silbe üblich zu sein scheint; vgl. das belegte Beispiel huinéva "des Glanzes / Ruhmes". – Wenn wir hier "das versteckte Gold der Stadt" übersetzen, legt das hier den Genitiv nahe –  (i) nurtaina malta i osto – es wäre möglicherweise ein Genitiv des Ortes: das "versteckte Gold" ist in der "Stadt". Aber wenn wir das Wort "Stadt" so sehen, dass es eher auf das Volk in der Stadt verweist, würden wir vielleicht eher den Possessiv gegenwärtigen Besitzes verwenden:i nurtaina malta i ostova.)

  7. (I) nórë (i) Eldaiva ná nórë rimbë vanyë engwíva; nórë ú Eldaron ná nórë morniéva, an i Atani i nórëo [oder i nórëo Atani] umir hlarë (i) alya lambë (i) Eldaiva. (Möglicherweise sollte Eldaiva hier in beiden Fällen den Artikel i erhalten, da wohl nicht auf die "Elben" als Rasse verwiesen wird, sonder eher auf jenen Teil der Elben, die in einem Teil des Landes wohnen. In jedem Fall verweisen diese possessiven Formen auf den gegenwärtigen Besitz des Landes [nórë] und der Sprache [lambë]. In den Wendungen nórë rimbë vanyë engwíva "ein Land vieler schöner Dinge" und nórë morniéva "land der Dunkelheit" beschreibt der possessive Fall charakteristische Eigenschaften des "Landes"; vgl. Übung M oben. Beachten Sie die langen Vokale von engwíva und morniéva. Ersteres steht für das frühere engweiva [engwë + -iva], der Diphthong wurde später langes í, wogegen das finale -ë von mornië "Dunkelheit" in morniéva verlängert wird, weil das Wort auf zwei kurze Silben endet. - In der Formulierung ú Eldaron "ohne Elben" bestimmt die Präposition ú den Genitiv. - In Übereinstimmung mit Tolkiens Verwendung in einer späten Quelle könnte man in der Wendung "Sprache der Elben" auch den Genitiv verwenden, also Eldaron statt Eldaiva, aber das würde dem widersprechen, was Tolkien überall sonst schrieb.

  8. I arano sello hostalë parmaiva Eldaron. (I arano sello "der Schwester des Königs": der erste Genitiv verweist auf familiäre Verwandtschaft, aber sello hostalë "Sammlung der Schwester" ist Beispiel für ein Genitiv-Subjekt: die Schwester des Königs ist das Subjekt, das das "Sammeln" ausführt. Parmaiva "von Büchern": der possessiv-adjektivische Fall hier übernimmt die Funktion eines Genitiv-Objektes, mit den "Büchern" als Objekt des "Sammelns". Eldaron "der Elben" oder "über Elben": der Genitiv wird auf seine abstrakteste Weise eingesetzt im Sinn von "über" oder "betreffend" wie in dem attestierten Beispiel Quenta Silmarillion = "die Geschichte der (über die) Silmaril".)  

Lektion 13

1.

  1. Der Mann gab der Frau ein Geschenk.

  2. Die Sonn gibt der Welt Licht.

  3. Wir (einschließend) werden den Schatz finden, und wir (einschließend) werden ihn den zwölf Zwergen geben.

  4. Fleisch zu essen macht einen dick, und wir (einschließlich) wollen keine dicken Körper, denn dicke Körper sind nicht schön.

  5. Wir (ausschließend) gingen in die Stadt, um dort die weise Frau zu finden, denn wir (ausschließlich) wollten sie sehen (um sie zu sehen).

  6. Ein Mann, der gute Ideen hat (ein gute Ideen habender Mann), ist weise und wird der Stadt Frieden und Freude geben (oder bringen).

  7. Wir (ausschließend) haben sie versammelt, um über/von vielen Dingen zu sprechen.

  8. Wein zu trinken ist gut für deinen Körper ("dein" hier unpersönlich zu sehen).

2.

  1. Quen ánë i ohtaren alta macil. (Beachten Sie den Hilfsvokal -e-, der sich zwischen ohtar und die Endung -n einfügt, um die unmögliche Form **ohtarn.zu vermeiden.)

  2. Carië coa i seldoin ná mára noa. (Hier trägt das Gerund carië,  am besten übersetzt mit  "zu machen" sowohl direktes wie indirektes Objekt – coa und i seldoin.)

  3. Mahtalvë séren; mahtië umë anta i lien alassë, an ecénielvë i cala.

  4. Quetië i Eldalambë ná alta alassë Atanin. (Vielleicht ist alta alassë keine perfekte Übersetzung für "große Freude", denn das Adjektiv alta bedeutet in erster Linie "groß" als körperliche Größe – aber wir kennen kein Wort für "groß" in einem weniger konkreten Sinn.)

  5. (I) ohtari i atta nórion [oder, i atta nórion ohtari] mahtuvar i lient, ar lelyuvalmë ter alta mornië hirien cala. (Alternativ "die beiden Länder", nicht einfach "die [Zwillings-] Völker",  könnte hier ebenfalls als duale Form ausgedrückt werden: i nóret, Genitiv i nóreto, statt i atta nórion.)

  6. I neri arwë i mára limpëo merner yulmar sucien i limpë, ar i arano móli áner i nerin rasta yulmar maltava. (Beachten Sie den Genitiv, der arwa folgt [hier Pl. arwë], folglich limpëo.)

  7. Merilmë lelya mir i osto lerien ilyë Atani ar antien (i) malta i aranwa i mólin. (Beachten Sie: da die Formulierung "wir wollen gehen" sicher einen Zweck ausdrückt, sollte "gehen" hier als einfacher Infinitiv lelya übersetzt werden, nicht als Gerundium im Dativ, denn **merilmë lelien = "wir wollen [um zu] gehen" ergäbe keinen Sinn. Andererseits bedeutet das "um" , dass die Verben lerya- "befreien" und anta- "geben" als Gerundien im Dativ erscheinen sollten, also lerien und antien:

  8. (I) rambar i osto [oder i osto rambar] nar altë; acárielvet varien i lië. (Varien: Gerundium Dativ von varya- "schützen".)

(In diesen Lösungen sind nicht alle möglichen Variationen der Wortfolge aufgelistet, z. B. wie  acárielvet i lië varien anstelle von acárielvet varien i lië.)  

Lektion 14

1.

  1. Wir (einschl.) werden vom Turm zu dem Haus gehen (alternative Interpretation: "aus dem Turm heraus", "in das Haus")

  2. Alle Elben gingen aus der Welt weg.

  3. Die Zwerge sind von (oder aus) den Begen gekommen, sie sind zu den Häusern (oder in die Häuser) gegangen und trinken unseren (einschl.) Wein.

  4. Die schrecklichen Krieger werden das Gold unseres (einschl) Volkes ergreifen, um unsere (einschl.) Schätze in ein fernes Land zu senden.

  5. Die Frauen gingen weg von meinem Haus und gingen zum Fluss.

  6. Das erste Schiff wird aus dem Westen kommen.

  7. Man fürchtet die Löwen [Quenya: "...fühlt Furcht vor den Löwen"], denn sie haben den König unseres (ausschl.) Volkes gefressen, und sie werden nicht von unserem (ausschl.) Land weggehen [oder einfach: "...werden unser Land nicht verlassen".] (Da rá "Löwe" die Stammform ráv- hat und **rávllon kein mögliches Wort ist, erfordert der Ablativ Plural wahrscheinlich einen verbindenden Vokal, im Fall von Pluralwörtern ein -i-. Folglich benutzten wir rávillon als Ablativ Plural von rá. Beachten Sie auch lielmo als Genitiv von lielma "unser Volk".

  8. Nessimë sagte [oder sagt] zu Calandil: "Mein Sohn ist aus meinem Zimmer verschwunden!"

2.

I. Equë Calandil Nessimenna: "Yondolya elendië [oder oantië] et i coallo, an ilyë i seldor lender [oder oanter = "ging weg"] i ambonna." (Das Wort kann weggelassen werden, da der einfache Ablativ  i coallo schon "aus dem Haus"  ausdrückt – aber ohne et könnte der Ablativ ebensogut interpretiert werden mit "[weg] vom Haus":)

J. Menello Anar antëa cala Ambarelvan [Dativ!], ar i mornië avánië. (Vielleicht wäre Menelello mit einem verbindenden -e- ein ebenfalls gültiger Ablativ von Menel. Beachten Sie, dass "unserer Welt" in diesem Kontext ein Dativ sein sollte als ein Allativ, vgl. Übung B in Lektion 13 oben. Aber vielleicht wäre auch der Allativ Ambarelvanna möglich, mit der Bedeutung: " Die Sonne gibt Licht (weg), das zu unserer Welt geht". Dativ und Allativ sind eng verwandt; die Darstellung des Plotz Letter lässt vermuten, dass der Dativ auv -n entstanden sein könnte als kürzere Variante von -nna.)

K. Equë Calandil i úmëa aranna: "Ementiel(yë) ohtarilyar i mindonna hirien yondonyar. Mólinya varyuva i seldor, ar úvantë vanwë!" (Alternative Allative von aran, mindon könnten aranenna, mindonenna sein. Beachten Sie, dass die Endung  -nya immer -i- als verbindenden Vokal bevorzugt, wenn einer gebraucht wird, also "mein Knecht" = mólinya. Auf der anderen Seite zeigt ohtarilyar "deine Krieger" nur -i-, weil das Wort im Plural steht,  vgl. auch mólilmar "unsere Knechte" in Übung N unten. Nach dem System, das wir versucht haben, herauszuarbeiten, wären die Singularformen ohtarelya "dein Krieger", mólelma "unser Knecht" Vielleicht könnte "meine Söhne" auch ausgedrückt werden als zusammengezogene Form yonyar [statt yondonyar], aber yonya "mein Sohn  [LR:61] würde wohl primär benutzt als Form der Ansprache.)

L. I nér arwa i ciryaron mernë auta, ar ilyë i ciryar oanter Númenna.

M. Lendelmë sambenta, ar i nér i ambollon [oder ambollor] ánë yondolyan [Dativ!] alta macil, quétala: "I macil tulë haira nórello, (et) anhaira Númello."

N. Ilyë aldar firner ar váner nórelvallo, ar equë Calandil ar Nessimë: "Mentuvalmë mólilmar hirien nórë arwa rimbë aldaron." (Beachten Sie, dass das Verb equë keine Endung -r erhält, auch nicht, wenn es mehrere Subjekte hat.)

O. I vendë quentë i lamnenna: "Rucin(yë) altë rasselyalto."(Da vendë ein normales Hauptwort ist und kein Eigenname, sollte hier nicht das Verb equë verwendet werden. Was die "ich fürchte"- Konstruktion angeht, siehe Übung G oben. Ein alternativer Allativ von  laman "Tier" könnte lamanna sein, als Zusammenzeihung von laman-nna [statt die Stammform  lamn- zu verwenden, die einen verbindenden Vokal erfordert, kann -nna angehängt werden].)

P. Lenden(yë) sambelvanna hostien engwenyar, an mernen(yë) anta torninyan minya parmanya; i parma caitanë i talamenna. "Mein Bruder": wir neigen hier zu torninya [hier mit Dativendung -n], gebildet aus  toron, torn- "Bruder" mit einem verbindenden Vokal -i-, der von der Endung -nya "mein" bevorzugt wird. Vielleicht wäre auch toronya möglich, für toron-nya, [Dativ toronyan]. Talamenna als Allativ von talan "Boden" berücksichtigt die Stammform talam-, aber vielleicht weäre auch talanna für talan-nna akzeptavbel. 

Zusätzliche Übungen:

3.

  1. von/aus (einschl.) unseren Häusern

  2. für meinen Körper (meinem...)

  3. für unsere (einschl.) Körper (unserem....)

  4. unsere (einschl.) Sprachen (Nominativ)

  5. zu deinem Land

  6. von deinem König

  7. unsere (ausschl.) Dinge (Nominativ)

  8. von deinem König

  9. von meinem Diener

  10. zu unseren (einschl.) Städten

  11. von unseren (Dual einschl.) Völkern [="von den Völkern von uns zwei"]

  12. von deinem Sohn
    Wenn man sambë als Dual mit "Zwei-Zimmer-Apartment übersetzt:

  13. unser (ausschl.) Zwei-Zimmer-Apartment (Nominativ)

  14. für mein Zwei-Zimmer-Apartment (meinem...)

  15. von deinem Zwei-Zimmer-Apartment

  16. zu unserem (einschl.) Zwei-Zimmer-Apartment

  17. von deinem Zwei-Zimmer-Apartment

  18. von meinem Volk

  19. von unseren (einschl.) Söhnen

  20. für deine Königin (deiner...)

  21. von unseren (ausschl.) Völkern

  22. von meinen Männern

  23. von meinem Mann

  24. für meine Jungen (meinen ...)

  25. von unseren (ausschl.) zwei (Schwester-)Schiffen (dual)

  26. von unserem (dual, einschl.) Sohn (="von dem Sohn von uns zwei")

4.

a) Ambolyannar

b) Sérelman

c) Parmalyat

d) Mindonelyanna / mindonilyannar (Beachten Sie, wie  -e- hier als verbindender Vokal in der Einzahl fungiert, während -i- im Plural verwendet wird.)

e) Tárilmava

f) Sellinyaiva

g) Sellinyallo (Beachten Sie, dass die Endung -nya "mein"  -i- als seinen verbindenden Vokal bevorzugt, auch in der Einzahl, wie hier nach seler, sell- "Schwester". Vgl. auch  M, N, U, Y unten.)

h) Annalvaron

i) Maltalvo

j) Alasselvan

k) Limpelyo

l) Ambarelyallo

m) Anarinyo

n) Aranyan (für aran-nya-n; alternativ araninyan mit eingefügtem verbindenden Vokal)

o) Yondolmava

p) Yulmalmaron

q) Aiwelyant

r) Rambalmanta

s) Rambalvalto

t) Nórelyallon [alternativ nórelyallor]

u) Sellinyato (Die Endung -nya "mein" bevorzugt, wie wir voraussetzen, das -i- als verbindenden Vokal auch im Dual)

v) Harmalmaron

w) Roccolvannar

x) Coamman

y) Torninyan (oder vielleicht toronyan für toron-nya-n, ohne Berücksichtigung der normalen Stammform torn- des Wortes toron "Bruder")

z) Aldalmannar

Lektion 15

1.

  1. Er / sie [oder es] wird am zweiten Tag kommen.
  2. Im Winter gehen viele Vögel weg, um in [dem] Süden zu leben [wohnen]; nach dem Winter gehen sie weg aus [dem] Süden und kommen in unser (einschl.) Land.
  3. Dass er / sie Gold fand in den Bergen [sein / ihr Finden von Gold], brachte [gab] seinem / ihrem Volk Freude, denn sein / ihr Finden machte sein / ihr Volk reich.
  4. In [dem] zweiten Winter, in dem er / sie in dem Haus lebte, fand er / sie einen Schatz unter dem Fussboden.
  5. Er / sie spricht unsere Sprache, denn er / sie lebt in unserem (einschl.) Land.
  6. Er / sie sagt / sagte: "Ich sah ein Schwert in der linken Hand des Kriegers" (Beachten Sie die Verkürzung des langen Vokals von vor einer Konsonantenhäufung: Lokativ massë.)
  7. Der Mann, der den Schatz fand, wird die Dinge verstecken, die er in seinem Zwei-Zimmer-Apartment fand. (...wenn wir damit fortfahren, duale Formen von sambë "Raum" mit Zwei-Zimmer-Apartment zu übersetzen, ist es das. Beachten Sie, dass das zweite i des Quenya-Satzes das Relativpronomen "die" ist und nicht der Artikel "die". Das Relativpronomen ya "der" erscheint hier in der Form yar, mit angehängter Pluralendung, da er zurückverweist auf das Pluralwort "Dinge" veweist. Wir setzen voraus, dass ya gebeugt wird wie ein Hauptwort auf -a. Dieses yar sollte nicht verwechselt werden mit der attestierten Form yar "zu dem", das keine Pluralendung ist, sondern die angehängte alte Allativendung -r [wie in mir "in hinein"]  )
  8. Auf dem Hügel sieht er / sie das Paar, das er / sie von seinem / ihrem Haus beobachtet hatte, und dem er / sie sein / ihr Geschenk gab. (Wir nehmen an, dass das Relativpronomen ya mit der Dualendung erscheint, wenn es sich auf ein Wort im Dual bezieht: yat, Dativ yant)

2. [DIe exakte Verteilung von i und ya, wenn sie als Relativpronomen ohne Endungen für Fall und Numerus auftauchen, ist immer noch unsicher. Was folgt, ist in dieser Hinsicht eher eine Vermutung. Es ist durchaus möglich, dass man dort, wo in den Lösungen ya steht, ebenso gut i einsetzen könnte und umgekehrt. i als Artikel "der, die, das" jedoch kann nie durch ya ersetzt werden.]

  1. Cennes veru i mallessë.
  2. Hirnen(yë) i nís i marë i coassë imbë i síri, ar tirnen(yë) péryat ar máryat; hyarya máryassë cennen(yë) parma. (Beachten Sie, dass das zweite i dieses Satzes als Relativpronomen fungiert und nicht als Artikel. Vgl. Übung G oben: i nér i... "der Mann, der...")
  3. Cennen(yë) yulmarya máryatsë, i yulma yallo ulyanes limpë mir antorya (oder antoryanna, mit einfachem Allativ statt der Präposition mir).
  4. I marir i mindonissen yannar lelyëa [or, lelya] i nér nar ohtari. (Beachten Sie die Wortreihenfolge: das Verb folgt unmittelbar dem yannar, so wie es unmittelbar auf  yassen "in denen" folgt in unserem attestierten Beispiel im Namárië. Aber es könnte gut sein, dass auch yannar i nér lelyëa/lelya möglich ist.)
  5. Sucitarya i limpë úmë mára noa, an ya carnes apa sucitaryas úmë saila. (Es kann sein, dass das sucitarya vom Anfang auch  sucierya heißt – mit der Pronomenendung angehängt an das Gerund von suc- "trinken".)
  6. Apa oantelmë nórelmallo (i) Hyarmessë, ecénielmë rimbë Naucor i mallessen.
  7. I mindoni i ambossen nar altë; i harya i analta mindon, yallo polë quen cenë i Eldanórë, ná i analya nér i ostossë. (...yallo polë quen cenë,wörtlich "von dem einer sehen kann": Ich nehme an, dass in einer Wendung wie polë cenë "kann sehen" mit einem finiten Verb, gefolgt von einem Infinitiv, nur das finite Verb unmittelbar einem Relativpronomen wie yallo folgt. Aber uns fehlen natürlich attestierte Beispiele; vielleicht sollte es yallo polë cenë quen heißen, mit dem Subjekt erst nach den gesamten Verben. Und bei allem, was ich weiß, könnte auch  yallo quen polë cenë mit "englischer" Wortreihenfolge erlaubt sein..)
  8. Lië yo aran ná saila maruva séressë mára nóressë ya meluvantë núravë. (Wenn ya tatsächlich genauso gebeugt werden kann wie ein Hauptwort auf -a, wie bei dem Beispiel yassen angenommen, wäre der Singular "dessen" yo - die Gruppe -ao würde wie üblich zu -o vereinfacht.)

Lektion 16

1.

  1. Er / sie ist auf einem weißen Pferd aus dem Osten gekommen. (Natürlich bedeutet der Instrumental auf -nen nicht wirklich "auf", aber er bedeutet "mit Hilfe von" - und das Pferd wird hier als "Verkehrsmittel" identifiziert. rocconen kann auf verschiedene Weise ins Deutsche übersetzt werden, doch der genaue Wortlaut der Übersetzung ist unwichtig, solange der Student klar die Bedeutung des Instrumentals an sich erfasst. Man könnte ebenso gut übersetzen: "ein weißes Pferd reitend", obwohl hier in Wirklichkeit kein Element mit der Bedeutung von "reitend" vorkommt. 
  2. Der Mann verwundete den Löwen mit einem Speer, und er sagte: "Friss nicht meinen Sohn!"
  3. Wir (ausschl.) sagten zu dem Elben: "Unsere (einschl.) Freundschaft wird (ist) durch dein Geschenk erneuert".
  4. Am dritten Tag sagte er / sie zu dem Mädchen: "Tu was du willst!" (...ya merilyë = "[tdas] was du willst".)
  5. Man kann einen Schatz, der von Zwergen versteckt wurde, nicht finden, denn ein Zwerg liebt das Gold, das er besitzt, sehr.
  6. Der Mann ist verwundet durch [die] Hörner  (dual) des Tieres; Möge er nicht sterben (wörtlich: "sei es dass er nicht sterben wird!" Mögliche, aber weniger wahrscheinliche Interpretation: "...dass es nicht sterben wird!" - mit Verweis auf das Tier! Wenn die Endung -s sowohl "er", "sie" als auch "es" abdeckt, können wir nicht immer ganz sicher sein, auf welcher Seite die Sympathie des Sprechers tatsächlich liegt...)
  7. Er / sie singt mit Freude (aus Freude)
  8. Gehe in die Stadt und sage zu der mächtigen Königin: "Mögest du unser (einschl.) Land vor den schrecklichen Kriegern schützen!" (Nai varyuvalyë nórelva... wörtlich "sei es, dass du unser Land schützen wirst...")

ANMERKUNG zu EHTË "Speer": In Übung B verwendete ich ehtenen als Instrumental dieses Hauptwortes. In den Etymologies leitete Tolkien dieses Wort zuerst von EKTE her, aber nach einer Anmerkung des Herausgebers wurde auch eine alternative Schreibweise EKTI eingeführt. Wenn wir letztere Version annehmen, dass Quenya ehtë "Speer" herzuleiten ist von dem urelbischen ekti, dann sollte das Quenyawort wahrscheinlich die Stammform ehti- haben, so dass der Instrumental eher ehtinen wäre und nicht ektinen. Aber der Plural Instrumental sollte wahrscheinlich ehtinen lauten (wie in Übung K unten), egal, welche "Etymologie" wir bevorzugen, da ehtínen stehen kann sowohl für ahti+inen (wobei die beiden kurzen i zu einem langen í verschmelzen) als auch für ehte+inen (ei wird der Regel nach zu langem í).

2. [DIe exakte Verteilung von i und ya, wenn sie als Relativpronomen ohne Endungen für Fall und Numerus auftauchen, ist immer noch unsicher. Was folgt, ist in dieser Hinsicht eher eine Vermutung. Es ist durchaus möglich, dass man dort, wo in den Lösungen ya steht, ebenso gut i einsetzen könnte und umgekehrt. i als Artikel "der, die, das" jedoch kann nie durch ya ersetzt werden.]

  1. Eques [oder quentes] i Nauconna: "Á racë i yulma nambanen!"
  2. Ciryanen oanten(yë) haira nórenna Rómessë.
  3. I osto ná varyaina altë rambainen, ar ohtari i mahtar ehtínen umir polë racë i rambar.
  4. Equë Calandil harna yondoryanna: "Áva firë!" (Alternativ: Calandil quentë harna yondoryanna...)
  5. Nai tárilya hiruva i yána airinta (i) Eldainen!
  6. I aran ar i tári lender coanyanna ar envinyatáner nilmelma altë annainen.
  7. Mapas i seldo máryanten, ar eques [oder quetis]: "Áva lelya i sírenna!"
  8. I nís i marë i nelya coassë i mallessë quentë i Eldanna: "Á tirë i neri i túlar i yánallo ya cenil(yë) i ambossë, i lelyar Rómenna."

 

Lektion 17

1.

  1. Dieses Ding ist das Schwert, das von Calandil [dem] Großen gefunden wurde. (Calandil Hallanen "von C. [dem] Großen": Beachten Sie, wie die Fallendung für den Instrumental an das letzte Wort der Wendung angehängt wird!
  2. Alle Tiere sind von diesem Land verschwunden (nórë sinallo = "von diesem Land"; beachten Sie wiederum, wie die Fallendung, hier für den Ablativ, an das letzte Wort angehängt wird - das Demonstrativpronomen sina "dieses". Doch nórello sina wäre vielleicht auch möglich.)
  3. Eine Schlange verwundete seinen / ihren rechten Arm, und er / sie sagte: "Ich wünschte, alle Schlangen würden sterben!" (Rancurya = "sein / ihr Arm", beachten Sie, dass ranco "Arm" vor Endungen in der Form rancu- erscheint, da es sich um einen U-Stamm handelt. Möglicherweise hätte der Dual "Armpaar" ebenfalls die Form rancu, aber wenn diese Form hier beabsichtigt wäre, würden wir auch den zusätzlichen Pluralmarker -t nach der Endung -rya sehen. Vgl. máryat = "ihre (beiden) Hände" im Namárië).
  4. Jene Nacht fanden sie jenen Zwerg auf dem Hügel dort drüben. (Lómë yanassë = "in jener Nacht"; aber im Deutschen könnten wir in diesem Kontext auch einfach "jene Nacht" sagen. Yana könnte "jenes" in Hinsicht auf etwas früheres oder vergangenes anzeigen, und da der Verweis auf eine Nacht in der Vergangenheit erfolgt, ist dieses Wort hier angebracht - wenn wir Tolkiens Absichten richtig rekonstruiert haben! Vgl. auch hrívë yanassë "während jenes Winters" in Übung H unten. Nauco tana "jener Zwerg": das Wort tana "jener" lenkt die Aufmerksamkeit einfach auf die individuelle Identität. Ambo entassë "auf dem Hügel dort": das Wort enta bedeutet offensichtlich "jener" mit Betonung der räumlichen Lage.)
  5. Die großen Schiffe sind nordwärts vorbeigefahren; jene Schiffe werden nicht in die Länder im Süden kommen. (Ciryar tanë "jene Schiffe": wir nehmen an, dass tana "jener" die Pluralform tanë "jene" annehmen kann, dass sich die Demonstrariva also wie Adjektive verhalten.)
  6. Am vierten Tag starb jene Königin an dem [/vom] Gift einer Schlange. (tári yana: "jene Königin", eine Königin, die gestorben ist, yana wird verwendet für etwas aus der Vergangenheit - aber "jene Königin" könnte wahrscheinlich auch tári tana heißen, mit Fokus nur auf die persönliche Identität.)
  7. Die starken Arme der Männer aus (dem) Norden können die Speere von kämpfenden Kriegern packen. (Ohtari mahtallon "von kämpfenden Kriegern": Beachten sie, dass das Wort ohtari "Krieger" nur die einfachste Pluralendung erhält, normalerweise mit dem Nominativ verbunden, aber die Endung des Ablativ Plural -llon ist an das Partizip mahtala "kämpfend" angehängt und zeigt an, dass die ganze Wendung im Ablativ steht. - Die Wortreihenfolge mahtala ohtarillon würde wohl genauso gültig sein: hier ist die Ablativendung angehängt an das Hauptwort "Krieger", da nun dieses das letzte Wort der Wendung darstellt.)
  8.  Jenen Winter lebten (/wohnten) sie in dem vierten Haus jener Straße. (Hrívë yanassë: Lokativ "während dieses / in diesem Winter"; vgl. Übung D oben. Mallë tano "jener Straße" ist der Genitiv von mallë tana "jene Straße" - die Genitivendung -o ersetzt wie gewöhnlich ein finales -a.)

2.

  1. Á tirë Nauco tana, ar áva tirë Elda sina! (Alternativ nauco enta = "jener Zwerg dort drüben")
  2. Nórë ú angwion ná mára nórë, an rimbë Atani ifírier angusangwanen. (Ú angwion "ohne Schlangen": wie sich der Student hoffentlich erinnert, beherrscht die Präposition den Genitiv. angusangwanen "durch Schlangengift": Beachten Sie, dass das U-Stamm-Substantiv ango "Schlange" im Verbund als angu- erscheint.)
  3. I cantëa lómissë cennen(yë) ruhtala ohtar mallë tanassë, ar ortanen(yë) rancunyat. (Alternative: mallë entassë = "auf jener Straße dort". Rancuryat "meine Amre" ist hier unmissverständlich dual, denn die duale Endung -t folgt der pronominalen Endung -nya "mein". Vergleichen Sie Übung C oben!)
  4. Nai Calandil Hallo polda yondo [or, ...i polda yondo Calandil Hallo] tuluva nórë sinanna, an varyuvas ostor sinë yassen marilvë! (Wie in Übung A oben ist die Fallendung an das letzte Wort der Wendung Calandil Halla "Calandil [der] Große" angehängt, und wie in dem attestierten Beispiel Elendil Vorondo "von Elendil dem Getreuen" [Elendil Voronda] ersetzt die Genitivendung ein finales -a.)
  5. Mindon enta ná i cantëa mindon carna Eldainen nórë sinassë.
  6. Parmar tanë nar vanwë; avánientë sambelyallo.
  7. Aurë entassë cenuval(yë) yondolya. (Alternativ aurë tanassë, aber enta kann auf etwas verweisen, das in der Zukunft liegt, und aus der Wendung "wirst sehen" wird deutlich, dass hier der Verweis auf einen zukünftigen Tag erfolgt.)
  8. Aurë yanassë tullentë oron entallo ar lender coa sinanna. (Alternativ wiederum aurë tanassë, aber yana kann auf etwas in der Vergangenheit Liegendes verweisen, und wie aus dem Wort "kamen" ersichtilich wird hier verwiesen auf einen Tag in der Vergangenheit. - In einigen Texten verwendet Tolkien statt tullë für die 1. Vergangenheit "kam(en)" túlë [LR:47, SD:246], aber tullë ist an anderer Stelle attestiert und entspricht den allgemeinen Regeln besser. Vgl. einige Formen, die an früherer Stelle diskutiert wurden: villë "flog", ullë "trank".)

Da das System, die Fallendungen an das "letzte deklinierbare Wort" anzuhängen, nicht notwendigerweise obligatorisch ist, könnten die Endungen wahrscheinlich auch an die relevanten Hauptwörter angehängt werden, z. B. mallessë tana (oder enta) statt mallë tanassë (oder entassë) für "auf der Straße" in Übung K.

Lektion 18

1.

  1. Sie sind gekommen, um uns zu sehen, nicht um dich zu sehen.
  2. Mögest du von Elben träumen! (Wünsche, dass du von Elben träumen wirst) 
  3. Drei Männer werden dorthin gehen, und die Zwerge werden sie bewachen, denn die Männer besitzen einen Schatz, der größer ist als (wörtlich "groß jenseits von") Gold. 
  4. Am sechsten Tag fühlten sie sich gedrängt, zu mir zu kommen (wörtl. "...(es) drängte sie, zu mir zu kommen").
  5. Der sechste König des Landes ist weiser als ("weise jenseits von") sein Vater, der fünfte König.
  6. Sie / er erweiterte ihr / sein Haus, es (oder "das") zum größten Haus der Straße machend.  
  7. Du tatest es für sie; du tatest es nicht für uns.(Alternativ "du machtest es für sie; du machtest es nicht für uns": Car- steht sowohl für "tun" als auch für "machen".
  8. Wir sahen dich in der Schlucht unter uns, denn du fielst in sie hinein.

2.

  1. Forya rancunya ná polda lá hyarya rancunya.
  2. Á tulta te ninna!
  3. I urqui tírar nye, an rucin(yë) tiello.
  4. Lá tuluvalmë cenien tye i lómissë.
  5. Lá óluva i seldon urquion.
  6. I atta nissi quenter: "Aranelya lá mernë anta ment i engwi mapainë melto ohtariryainen."
  7. I nér pálula coarya cára ta carien rimbë sambi ilyë engweryain.
  8. I enquëa aurë nauva mára lá i lempëa aurë, ar lá oruva men auta.

Andere Wortreihenfolgen wären offensichtlich ebenso möglich, so zum Beispiel das Voranstellen unabhängiger Pronomen als Vorsilbe von Verben: K) nye-tírar statt tírar nye, L) tye-cenien statt cenien tye, N) ment-anta statt anta ment, O) ta-cára statt cára ta, P) men-oruva statt oruva men.

Lektion 19

1.

  1. Wer lebte vor zehn Jahren in dem Haus, als ich nicht darin lebte?

  2. Was können wir [einschließend] tun?

  3. Gib es mir, und verstecke es nicht vor mir! (Die Endung -t in antat, nurtat zeigt, dass nur eine einzelne Person angesprochen ist.)

  4. Wen sahst du am siebten Tag?

  5. Sie werden mir all die Geschenke geben und nicht dir!

  6. Was fanden die Männer in dem Land jenseits der Berge?

  7. Wie wirst du den grossen Stein heben können, wenn ich es nicht tun konnte?

  8. Unsere Schwester lebt in jenem Haus drot; wir leben in dem achten Haus dieser Straße. Komm und sieh unser Haus! (Á tulil ar á cenil = "komm und sieh"; Die Ending -l zeigt, dass mehrere Leute angesprochen sind.)

 

2.

  1. Man acárië ta?

  2. Mana elyë hirnë i otsëa sambessë írë lendel() tanna?

  3. Írë elyë utúlië, inyë merë auta! (Wenn elyë als Pluralpronomen fungieren kann und hier als Plural gedeutet wird, dann sollte das Verb vielleicht auch im Plural stehen: elyë utúlier.)

  4. Ámen antal i limpë!

  5. Á antat i limpë elmen ar lá i ohtarin!

  6. I otsëa ohtar utúlië i altë orontillon (oder, -llor) pella.

  7. I toltëa ando pella elyë hirnë alta harma; elmë i tuller apa le úmer hirë [oder, lá hirner] engwë! (Alternativ elyë hirner, wenn das Pronomen als Pluralpronomen betrachtet wird; vgl. Übung K oben. Beachten Sie, dass das "die" des Relativsatzes "die kamen" übersetzt ist mit Hilfe des Relativpronomens i: Das Wort man bezeichnet eine andere Art von "welche", verwendet in echten Fragen.)

  8. Manen i úmië Naucor hirner te [oder te-hirner] otso auri yá?

Lektion 20

1.

  1. Du [oder betonnt du] bist ein Zwerg, kein Elb (Elyë Nauco: die Kopula "bist" ist weggelassen und es bleibt verständlich..Offensichtlich wäre nalyë Nauco wäre eine mögliche Alternative gewesen.)

  2. Ich sah, dass der Arm des Mannes gebrochen war.

  3. Der König war mächtig, aber die Königin war weiser als der König.

  4. Wusstest du, dass unter dem Haus [dort] ein versteckter Schatz ist?

  5. Kann (darf) ich diesen Platz verlassen [wörtlich "gehen von"]?

  6. Trinke nicht, denn [es] ist Gift in deinem Becher!

  7. Warst du hier am zehnten Tag, als sie kamen?

  8. Wir (ausschließend) wissen, dass [es] einen geheimen Raum in diesem Haus gibt, aber wir haben ihn nicht gefunden, und bis wir ihn finden, werden wir nicht wissen, was in dem Raum ist.

 

2.

  1. "Ich war reich" kann auf verschiedene Weise übersetzt werden. Die "sicherste" Lösung wäre vielleicht, die Kopula wegzulassen und für "ich" ein unabhängiges Pronomen zu verwenden (ni oder inyë): Ni alya oder inyë alya. Natürlich kann das ebenso gut bedeuten "Ich bin reich", da es keinen Marker für die Zeitform gibt. Wenn wir einen einbringen wollen, müssen wir die nicht gänzlich wohlattestierte Form "war" verwenden. Wenn wir die Endung -n oder -nyë für "ich" anhängen, käme eine Form wie nen(yë) dabei heraus; wenn ja, dann könnte "ich war reich" wiedergegeben werden mit nen alya oder nenye alya.

  2. I aran quentë [or perhaps equë]: "Lá lertal(yë) lelya i nómenna yallo utúliel(yë)", mal istan(yë) sa lelyuvan(yë) tanna. (Alternative Übersetzung von "du kannst nicht gehen": umil() lerta lelya.)

  3. Istan(yë) cenda, mal lá polin(yë) cenda i morniessë. (Alternative Übersetzung von "Ich kann nicht lesen ": umin(yë) polë cenda. Beachten Sie den Unterschied zwischen ista- "können" = "wissen wie" und pol- "können" = "physisch in der Lage sein": der Sprecher weiß, wie man liest, aber er kann nicht im Dunkeln lesen.)

  4. Istalvë sa Eldar ëar.

  5. Ma marnentë sinomë tenna i nertëa loa írë i ohtari tuller?

  6. Istalmë sa i neri sinter quetë i Eldalambë, mal lá i Naucolambë.

  7. I nissi quenter sa ecéniel(yë) i alta ango i engë i orontessë.

  8. I quainëa auressë Anar né calima.