Namárie

Nach oben Frodos Gruß a laita te! Aiya Earendil Et Earello Namárie

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Galadriels Abschiedslied, welches sie singt, als die Gefährten Lothlórien verlassen:

 

Tolkien übersetzte den Text in folgendes Englisch:

Ah! Like gold fall the leaves in the wind

Long years numberless as the wings of trees!

The years have passed like swift draughts

of the sweet mead in lofty halls beyond the west,

beneath the blue vaults of Varda

wherein the stars tremble in the song of her voice,

holy and queenly.

 

Who now shall refill the cup for me?

 

For now the Kindler, Varda, the queen of the stars,

From Mount Everwhite has uplifted her hands like clouds,

And all paths are drowned deep in shadow,

And out of a grey country darkness lies

On the foaming waves between us, and mist covers

The jewels of Calacirya for ever.

Now lost, lost to those from the East is Valimar!

 

Farewell! Maybe thou shalt find Valimar.

Maybe even thou shalt find it. Farewell!

 

M. Carroux übersetzte es wie folgt:

Ah! Wie Gold fallen die Blätter im Wind,

lange Jahre zahllos wie die Schwingen der Bäume!

Die langen Jahre sind vergangen wie rasche Schlucke

des süßen Mets

 in hohen Hallen jenseits des Westens

 unter den blauen Gewölben von Varda,

worin die Sterne zittern beim Gesang ihrer Stimme,

heilig und königlich.

 

Wer nun soll den Becher für mich füllen?

 

 

Denn nun hat die Entzünderin, Varda, die Königin der Sterne

vom Berg Immerweiß, ihre Hände wie Wolken gehoben,

und alle Pfade sind tief im Schatten versunken:

und aus grauem Land kommend,

liegt Dunkelheit auf den schäumenden Wogen zwischen uns,

und Nebel deckt die Edelsteine von Calacirya auf immerdar.

Verloren nun, verloren für jene aus dem Osten ist Valimar!

 

Lebewohl! Vielleicht wirst du Valimar finden.

Ja, vielleicht wirst du es finden. Lebewohl!

 

Wort-für-Wort-Analyse Quenya-Deutsch:

Ai! Laurië lantar lassi súrinen,

yéni únótime ve rámar aldaron!

   

Ai                    

Ausruf wie „Ah“ oder „Ach“

Ai                    

laurë“ = “Gold“, 
Adjektivform laurëa“ 
+
Endung-ië“ für Mehrzahl  = "golden“

lantar             

 lanta-" = “fallen“, Aorist 
+ Endung -rfür Mehrzahl

lassi                 

lassë“ = “Blatt“ 
+ Endung “
- ifür Mehrzahl = “Blätter“ (-i ersetzt finales -e)

súrinen            

súre“ = “Wind“
+
Endung -inenfür Instrumental, der ausdrückt, dass dieBlätter mit „Hilfe des Windes“ vom Baum fallen; warum das finale -e von „súre“ zu -i wird, ist nicht ganz geklärt

yéni                

 yén“ = Bezeichnung für ein Jahr der Elben (144 Sonnenjahre)
+ Endung -ifür Mehrzahl

únótime           

 ú-Vorsilbe „un-“,
 „
not-“ = “zählen“ 
+ “
-imaadjektivische Endung, hier im Plural-ime“ =  „ungezählt, zahllos“

ve                    

Präposition „als, wie“

rámar             

 ráma“ = “Flügel, Schwinge“
+
Endung -rfür Mehrzahl= “Schwingen“

aldaron           

 alda“ = “Baum“
+Pluralendung „
-r“ 
+ Endung “
-on“ = Genitivform (Pl.) mit der Bedeutung “der Bäume“

 

Yéni ve lintë yuldar avánier

mi oromardi lisse-miruvóreva  

   

yéni

siehe oberer Abschnitt

ve

siehe oberer Abschnitt

lintë

linta“ = “schnell, eilig“
+Endung “
“  für Mehrzahl

yuldar

yulda“ = “Schluck, Zug“
+
Endung -rfür Mehrzahl = “Schlucke“

avánier

Perfektform ( Augment a-" + Endung -ië“) des unregelmäßigen Verbes auta-“ = “vergehen, verlassen“
+ Mehrzahl “
-r“ = “sind vergangen

mi

 „in, in....hinein“

oromardi

”*oromardë” = ”hohe Halle ”
+
Endung ”-i” für Mehrzahl 
Vorsilbe “oro-" = “hoch“ 
+ "*mardi“ = Mehrzahl des unattestierten Wortes "*mardë“, stammt vielleicht aber auch  von „mar“=“Heim, Wohnung“

lisse-miruvóreva

lissë“ = “süss“
+ “
miruvórë“ = "Wein" oder Met der Eldar 
+
Endung-vafür besitzanzeigenden Genitiv mit der Bedeutung “des süssen Weines“

 

Andúnë pella, Vardo tellumar

nu luini yassen tintilar i eleni

ómaryo airetári-lírinen
    

Andúnë 

„Sonnenuntergang, Abend“ 

pella 

 „über...hinaus, jenseits“

Vardo  

 Varda“= Name einer der Valar, (Varda Elentári = Sternen-Königin) 
+
Endung-ofür Genitivform mit Bedeutung „der/von Varda“,
-o
ersetzt finales-a

Tellumar  

„telluma“=“Kuppel“ 
Endung-rfür Mehrzahl f. „Kuppeln“ 

nu „unter“
luini luin” = ”blau” 
+ Endung ”
-ifür Mehrzahl = ”blaue”
yassen

ya“ = Relativpronomen mit Bedeutung von „den, dem“
+
Lokativendung (Plural) “-ssen“ für „worin, in welchen“

tintilar

tintila“= “funkeln, blitzen“ (Aorist)  
+ “
-r“ = Mehrzahlendung für „funkelnde“

i best. Artikel 
eleni elen“ = “Stern“ 
+
Mehrzahl-i
órmayo

óma“ = “Stimme“ 
+
Pronomenendung -rya“ = “ihre“
+
Genitivendung -ofür „ihrer Stimme“

airetári „aire“=“heilig“+“tári“=“Königin“=“heilige Königin“
lirinen

lírë“ = “Lied“
+
Instrumental-Endung “-nenmit der Bedeutung „mit/durch ....Stimme“ (mit Hilfe der...)

 

Sí man i yulma nin enquantuva?
   

Sí 

„jetzt, nun“ 

man

Fragewort „wer“

i  

Artikel "der, die, das"

yulma  

Becher, Tasse" 

nin niunabhängiges Pronomen
+
Dativendung-nfür „für mich“
enquantuva luin” = ”blau” 
+
Endung-ifür Mehrzahl = ”blaue”

 

An sí Tintallë Varda Oiolossëo

ve fanyar máryat Elentári ortanë,

 

An

„denn“ 

sí 

 „nun“

Tintallë 

eine Substantivierung des Verbs "tinta-" = "entzünden, entfachen";
Varda Elentári wurde so genannt ,weil sie die „Entzünderin“ der Sterne                 über Mittelerde war

Varda  

siehe oben 

Oiolossëo

oio“ = Bezeichnung einer „endlosen Periode“ oder “ewig“
+ “
lossë“= "Schnee“ 
+
Endung -o“, normalerweise eine Genitivendung, hier im Sinn eines Ablativ verwendet: sie bedeutet hier „vom immerweißen Berg“
Anmerkung:Oiolossëist die Quenya-Bezeichnung des Berges Taniquetil in Valinor, auf dem Varda und Manwe wohnen

ve Präposition “wie“
fanyar

fanya“= “(weiße)Wolke“ 
+
Mehrzahl-Endung -r

máryat 

“ = “Hand“ 
+
Possessivpronomen-Endung -rya“ = “ihre“
+
Endung des Dualen Plurals -t“, weil es der Hände zwei sind (doppelte Körperteile werden immer mit dualem Plural angegeben)
volle Bedeutung = “ihre (beiden) Hände“

Elentári  "Sternenkönigin", Bezeichnung für Varda (elen "Stern", tári "Königin"

ortanë

 

orta-„ = “aufgehen, erheben"
+Endung-nëfür die Zeitform der 1.Vergangenheit

 

ar ilyë tier undúlavë lumbulë,

ar sindanóriello caita mornië

ar

Bindewort und“ 

ilyë

 „alle

tier

tië“ = “Weg“ 
+
Mehrzahl-Endung -r

undúlavë 

"undu" = "unten, unter"
+“lav-" =“lecken
volle Bedeutung = “heruntergeleckt“ (wörtliche Bedeutung) 
hier = “versunken, verborgen

lumbulë

"(dunkler) Schatten"

ar Bindewort “und
sindanóriello

sinda“ = “grau“ 
+ ”
nórë” = ”Land” (“nórië”=”Gebiet”) 
+
Ablativ-Endung-llomit der Bedeutung “aus grauem Land“

caita 

"liegen", hier in der Zeitform des Aorist 

mornië "Dunkelheit

 

i falmalinnar imbë met, ar hísië

untúpa Calaciryo míri oialë.

  

i

Artikel „der, die, das“ 

falmalinnar 

falma” = ”schäumende Welle / Woge” 
+ Endung für den Partitiven Plural “-li“
+ Allativ-Mehrzahl-Endung “-nnar“ mit der Bedeutung “auf schäumdenden Wogen

imbë 

"zwischen"

met 

me“ = Objektpronomen “uns“ (ausschließend
+
duale Endung “-tfür „uns zwei“

ar

Bindewort “und

hísië "Nebel“
untúpa

Vorsilbe “un-" = ”unter, zu” 
+ ”túpa“= "Decke", 
volle Bedeutung hier „deckt zu“, könnte Aorist sein.

Calaciryo 

Calacirya 
+
Genitiv-Endung -o“= „von Calacirya“ (Bezeichnung der Großen Schlucht in der Bergen von Valinor)

míri  mírë“=“Juwel, Edelstein“ 
+ Mehrzahl-Endung “
-i

oialë

Adverb "immerwährend"

 

Sí vanwa ná, Rómello vanwa, Valimar!

 

Sí 

„nun“ 

vanwa 

„vergangen, verloren“, unregelmäßiges Partizip Perfekt von "auta- "

"ist"

Rómello 

Rómen“= “Osten“ 
+ Ablativ-Endung -llofür „aus dem Osten“

vanwa,

siehe oben

Valimar

„Wohnungen der Valar“ – Bezeichnung ihrer Stadt in den Unsterblichen               Landen

 

Namárië! Nai hiruvalyë Valimar.

Nai elyë hiruva. Namárië!  

  

Namárië

"Lebewohl" 

Nai

leitet eine Bitte oder Wunsch ein, hier "möge(st)"

hiruvalyë 

"hir-" = “finden“ 
+ Futur-Endung “-uva“ 
+ Pronomen-Endung „-lyë“=“du“, 
volle Bedeutung “du wirst finden“

Valimar 

siehe oben

Nai

siehe oben

elyë 

auch du“, betontes unabhängiges Pronomen

hiruva

siehe oben, ohne Pronomen-Endung "du" (stattdessen betontes Pronomen)

Namárië 

"Lebewohl"

 

 Das Lied in Tengwar (Quenya):