betonte Pronomen

Autor: Helge Fauskanger - Übs. B. Raßbach

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Betonte Pronomen

In der vorhergehenden Lektion haben wir eine Reihe unabhängiger Pronomen behandelt (die auch im obigen Abschnitt erwähnt wurden). Es existieren auch gewisse andere Pronomen, die in ähnlicher Art und Weise als eigene Wörter erscheinen, obwohl sie eng verwandt sind mit den korrespondierten pronominalen Endungen. Diese Wörter fungieren als betonte oder emphatische Pronomen.

Betrachten Sie die letzten Zeilen des Namárië: Nai hiruvalyë Valimar! Nai elyë hiruva! Im HdR lieferte Tolkien dazu die Übersetzung „maybe thou shalt find Valimar! Maybe even thou shalt find it!“ (wörtlich „Mögest du Valimar finden! Möge es sein, dass sogar du es finden wirst!“). Natürlich bedeutet hiruvalyë „du sollst es finden“ - „thou“, „du“, ausgedrückt mit Hilfe der pronominalen Endung -lyë. Aber dann wird es wiederholt mit nai elyë hiruva, „mögest auch du [es] finden“. Beachten Sie, wie die Endung -lyë ersetzt wird durch das eigenständige Wort elyë, das offensichtlich eng verwandt ist. Elyë bedeutet einfach „du“, aber mit einer speziellen Betonung auf dem Pronomen. Die Verwendung eines solchen Pronomens ist vergleichbar mit dem Voranstellen des Pronomens im Englischen: „Mögest du [und kein anderer als] es finden.“ (Im Deutschen kann die Stellung des Pronomens das nicht leisten, die Betonung beim Lesen würde es aber deutlich machen - oder wie hier die Hervorhebung in der Schrift). Tolkien verwendete die Übersetzung „even thou“, fügte also ein weiteres Wort hinzu, um die Betonung des Pronomens herauszustellen. (Das kürzere eigenständige Wort für „du“, le oder lye, ist offensichtlich unbetont.)

Ein anderes, eigenständiges und betontes Pronomen ist inyë „ich“ - oder, da es betont ist, eher „ich selbst“ oder „sogar ich“, „ich und niemand anders“. In LR:61 teilt Herendil seinem Vater Elendil mit, dass er ihn liebt, und Elendil antwortet auf Quenya: A yonya inyë tye-méla, „and I too, my son, I love thee“ („und auch ich, mein Sohn, liebe dich“, das initiale a, offensichtlich übersetzt mit „und“, scheint eine Variante des gebräuchlicheren Wortes ar zu sein - obwohl a auch als Partikel der Anrede verwendet werden kann). Hier betont das Pronomen inyë, von Tolkien mit „I too“ übersetzt, Elendils eigene Identität: „Ich liebe dich [genau wie du mich liebst]“. Inyë ist betonter als die kurze Variante ni, so wie elyë betonter ist als le oder lye.

Die Form inyë ist offensichtlich verwandt mit der Pronomenendung -nyë, und das Namárië zeigt deutlich, dass elyë der Endung -lyë entspricht. (Skizzierte Versionen des Namárië enthalten stattdessen das Pronomen ellë und die Endung -llë. Einige glauben, dass es eine andere Bedeutung hat, vielleicht Mehrzahl „ihr“ statt Einzahl „du“. Ich war deswegen ursprünglich skeptisch, aber dies könnte Unterstützung finden in Material, das in VT43:36 veröffentlicht wurde und offensichtlich zeigt, dass lyë und -llë als Endungen für Einzahl „du“ und Mehrzahl „ihr“ in einer der Versionen von Quenya nebeneinander existieren.)

Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass betonte Pronomen aus den entsprechenden pronominalen Endungen abgeleitet werden können, indem man die Endung an einen Vokal anhängt. Aber an welchen Vokal? Wir haben bei elyë, „du“ ein e-, aber bei inye „ich“ ein i-. Dieses betonte Wort für „ich“ könnte eine Ausnahme darstellen in der Bevorzugung des i- als Anfangsvokal. Der Student möge sich erinnern, dass die Endung für „mein“, -nya, -i- als verbindenden Vokal zu bevorzugen scheint, wenn ein solcher benötigt wird (wie in atarinya „mein Vater“, LR:61). Die enge Verbindung dieser beiden Pronomenformen für die 1. Person durch den Vokal i scheint den Stammvokal des ursprünglichsten Stamms  NIich“, der in den Etymologies aufgelistet ist, wiederzuspiegeln. Wir könnten versuchsweise schließen, dass die anderen betonten Pronomen den Anfangsvokal e- zeigen, wie in elyë. Das wird gestützt durch Tolkiens Quenya-Version des Vaterunser, wo er emmë als betontes Pronomen verwendete, das der Pronomenendung -mmë für ausschließendes „wir“ entspricht (die Vaterunser-Übersetzung wurde geschrieben, bevor Tolkien aus dieser Endung -lmë machte). Es erscheint in seiner Übersetzung der Zeile „und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“. Hier ist das Pronomen betont, um speziell die Aufmerksamkeit darauf zu lenken (und damit die Parallele hervorhebt: „wir“ wollen, dass Gott uns vergibt, so wie wir unsererseits anderen vergeben). Es scheint natürlich, dieses Pronomen auch im Englischen und Deutschen zu betonen, obwohl es nur durch leichte Betonung und Verlängerung angedeutet wird und sich nicht in der Schreibweise wiederspiegelt (es sei denn man verwendet Kursivschrift!). Es lässt sich nicht leugnen, dass das System in Quenya, unterschiedlich betonende Pronomen zu verwenden, ungleich eleganter ist.

Während inyë, elyë (ellë als weitere Variante „du“ oder eigene Pluralform „ihr“) und emmë alles betonte Pronomen sind, die in veröffentlichtem Material auftauchen, können wir vertrauensvoll zumindest einige weitere Formen extrapolieren. Zum einen müssen wir annehmen, da Tolkien eventuell die Endung für das ausschließende Plural-„wir“ von -mmë zu -lmë änderte, dass das entsprechende betonte Fürwort sich ähnlich änderte von emmë zu elmë. Die attestierte Form emmë an sich wäre nach wie vor gültig, aber sie bezeichnet ein duales „wir“ (ob ein- oder ausschließend wissen wir nicht), im Einklang mit der neuen Bedeutung der Endung -mmë.

Da in Tolkiens letzter bekannter Quenya-Version die Endung für das einschließende „wir“ offensichtlich -lvë (Variante -lwë) geworden war, könnte man annehmen, dass das entsprechende  Wort für „wir“ elvë (oder elwë) war.  Diese extrapolierten Formen, elmë und elvë für aus- und einschießendes „wir“, werden in den Übungen unten eingesetzt - obwohl man wissen sollte, dass sie nicht die volle Authenzität besitzen, die nur attestierte Formen haben können. Möglicherweise würde die Endung -ntë für „sie“ korrespondieren mit einem eigenständigen Wort entë.

Die Form elyë kann als Einzahl „du“ fungieren, wie aus Tolkiens HdR-Übersetzung im Namárië, „auch du“, deutlich wird. Wie ich früher vermutet habe, scheinen die „L“-Formen der 2. Person für ein höfliches „du“  stehen. Die „T“-Formen der 2. Person, beispielhaft zu sehen im Objektpronomen tye und der Endung -t, die im Imperativ benutzt werden könnte, schein ein vertrautes „du“ anzudeuten, aber es ist nicht sicher, wie die betonte Form aussehen würde. Es hängt davon ab, wie wir die längere Form der Endung -t rekonstruieren. Wenn sie -tyë heißt, wäre es höchstwahrscheinlich etyë. Aber es gibt für mich auch einige Gründe zu glauben, dass Tolkien -t als Repräsentant eines älteren -k sah, und in diesem Fall könnte die längere Variante der Endung gut -ccë sein - und das betonte Pronomen wäre dann wahrscheinlich eccë. (Bei einer der Rekonstruktionen sind -tyë und -ccë die Endungen für vertrautes „du“, Einzahl und Mehrzahl, während -lyë und -llë die Endungen für formales oder höfliches „du“ sind, wieder Einzahl und Mehrzahl. Dann wären die entsprechenden betonten Formen etyë, eccë, elyë, ellë. Aber dieses System, obwohl es sauber und symmetrisch ist, kann nicht in seiner ganzen Substanz auf verfügbarem Tolkienmaterial aufgebaut sein.)

Die Dinge sind also hinsichtlich der 3. Person ziemlich im Dunkeln Es ist klar, dass die betonten Pronomen aus den langen Formen der Pronomenendungen entwickelt werden. Das Wort inyë „ich“ entspricht der langen Subjektendung -nyë, nicht seiner kürzeren (und verbreiteteren) Form -n; ähnlich entspricht elyë „du“ der längeren Endung -lyë, obwohl es scheint, dass diese Endung auch in der kürzeren Form -l erscheint. Es gibt kaum irgend ein betontes Pronomen auf **in, **el, um mit den kurzen Endungen konform zu gehen. Unser Problem ist, dass in der 3. Person die kurze Endung -s die einzige attestierte ist in Material, das Tolkien sicher als HdR-kompatibel beabsichtigte. Wir haben früher theoretisiert, dass -s einer längeren Endung -rye entsprechen könnte (für früheres -syë, zyë); diese längere Endung hätte dann eine gewisse Verwandtschaft mit der Endung -rya „sein, ihr“. Aber wenn wir beginnen, von Extrapolationen zu extrapolieren, wird das Risiko, den Kontakt zu Tolkiens tatsächlichen Intentionen zu verlieren, ganz offensichtlich sehr akut.

Wir wissen dennoch ein wenig mehr über betonte Pronomen. Sie können Fallendungen erhalten; in Tolkiens Quenya-Übersetzung des Vaterunser erscheint das betonte Pronomen emmë „wir“ einmal mit der angehängten Dativendung -n: Emmen. (Obwohl das später elmë und elmen wäre, wenn wir das Material in Übereinstimmung mit Tolkiens Revisionen herausgeben würden, diese Formen bestätigen, dass Pronomen die einfachsten Fallendungen annehmen, das heißt, jene, die man mit Hauptwörtern in der Einzahl zusammen verwendet - auch wenn das Pronomen von seiner Bedeutung her im Plural steht: „Wir“ muss sich auf mehrere Personen beziehen, aber anstelle der Pluralform -in wird die einfachste Dativendung -n verwendet.) Wie in der vorhergehenden Lektion herausgestellt ist die Form für die 1. Person Dativ, nin „mir“, teilweise gut attestiert, aber wenn man sagen will, „für mich selbst“, „für mich [und niemand sonst]“, wäre es besser, auszugehen von der betonten Form inyë und daraus den Dativ inyen zu entwickeln.

Wir haben schon die letzten Zeilen des Namárië zitiert, wo Teil 1 des Satzes wiederholt wird, mit spezieller Betonung auf dem Pronomen: nai hiruvalyë Valimar! Nai elyë hiruva! Von diesem Beispiel ausgehend scheint es, dass beim Ersetzen einer pronominalen Endung durch ein eigenständiges Pronomen die Endung vom Verb entfernt wird (nicht nai elyë hiruvalyë mit sowohl eigenständigem Pronomen als auch entsprechender Endung, nach wie vor am Verb). Doch in der skizzierten Version, in der das Pronomen elyë nach wie vor ellë hieß, verwendete Tolkien genau das System: Nai ellë hiruvallë. Er entschied offensichtlich, dass diese Version irgendwie übervoll war, und Schreiber sollten dieses System wahrscheinlich meiden.

Dennoch sollte das Verb, das einem betonten Pronomen folgt, vielleicht zumindest die Pluralendung -r erhalten, wenn das Pronomen im Plural steht. Wenn wir z. B. hiruvalmë „wir werden finden“ in zwei Wörter umformen wollen, um das Pronomen „wir“ speziell zu betonen, nehme ich an, die resultierende Formulierung wäre elmë hiruvar und nicht **elmë hiruva. Wenn das Pronomen elyë sowohl höfliches „du“ als auch Plural „ihr“ bezeichnet, könnte das folgende Verb so enthüllen, in welchem Sinn es verwendet wird. In nai elyë hiruva! muss das Pronomen Einzahl sein („du“), denn das Verb hat kein angehängtes -r. Vielleicht wäre auch nai elyë hiruvar! ein möglicher Satz, aber hier wäre klar, dass der Plural „ihr“ gemeint ist. Wenn dem so ist, könnte Frodo alles in allem sicher sein, dass Galadriel das Namárië an ihn allein richtete („du“), nicht an die gesamte Gemeinschaft - obwohl das Pronomen elyë als solches wahrscheinlich in dieser Hinsicht zweideutig ist. Andererseits gäbe es natürlich keine Zweideutigkeit, wenn elyë eine verschiedene Einzahl „du“ wäre, dem ellë für Plural „ihr“ entsprechend - aber ellë sollte nach wie vor von einem Verb im Plural gefolgt werden: Das Tolkien-Beispiel emmë avatyarir „wir vergeben“ (VT43:8) datiert offensichtlich die Revision -mmë > -lmë für ausschließendes „wir“ vor, aber bestätigt, dass auf ein unabhängiges Pluralpronomen ein Pluralverb folgen sollte (mit Endung -r).

Wie oben dargelegt können die betonten Pronomen Fallendungen erhalten, wie die kürzeren unabhängigen Pronomen auch, die wir in der vorhergehenden Lektion behandelt haben. Es ist aber ein bisschen unklar, ob die Endungen für Genitiv und Possessiv an solche eigenständigen Pronomen angehängt werden sollten. Offensichtlich wäre eine Art eigenständiges Wort für z. B. „mein“ oder „dein“ erforderlich, um eine voll funktionierende Sprache zu haben. Die Endung -lya kann verwendet werden, um „dein“ auszudrücken, wie in parmalya „dein Buch“, aber wie sagen wir „das Buch ist deines?“

In der Originalversion dieses Kurses notierte ich resigniert: „Veröffentlichte Beispiele von Quenya liefern keine Hinweise.“ Doch ich fuhr fort, eine lange bestehende Theorie aufzuzeigen: Es wurde lange vermutet, dass nicht nur die Subjektendungen, die an Verben angehängt werden können, korrespondierende betonte Formen haben,  sondern auch die besitzanzeigenden Endungen, die an Hauptwörter angehängt werden können (wie -nya „mein“ oder -lya „dein“). Das wurde niemals ausdrücklich bestätigt. Da aber die Endung -lyë „du“ einer eigenständigen Form elyë „du“ (betont) entspricht, scheint es sicher glaubwürdig, anzunehmen, dass die Endung -lya „dein“ einer selbständigen Form elya „deines“ entsprechen könnte. Dieses Wort könnte dann in einem Satz verwendet werden, wie i parma ná elya „das Buch ist deines“. Aber es könnte auch eingesetzt werden für eine spezielle Betonung, und während parmalya einfach „dein Buch“ bedeutet, meint elya parma eher „dein Buch [von dir und niemand anders]“.

Nach dieser Theorie wären weitere betonte Possessivpronomen erya „sein, ihr“, elva „unser [einschließend]“ und elma „unser [ausschließend]“ - natürlich den Endungen -rya, -lva, -lma entsprechend. Was die unabhängige Form des Possessivpronomens „mein“ angeht, der Endung -nya entsprechend, so würden wir wahrscheinlich die Form inya erwarten (da die Subjektendung -nyë einer unabhängigen Form inyë entspricht.)

Diese Extrapolationen sind dennoch nicht völlig unproblematisch. Einige dieser Formen tauchen tatsächlich in Tolkiens veröffentlichten Schriften auf, aber mit ziemlich unterschiedlichen Bedeutungen! Inya z. B. wird in den Etymologies erwähnt - aber es stellt dort kein betontes Wort für „mich“ dar, es ist ein Adjektiv „weiblich“, mit einer ganz anderen Abstammung (siehe Eintrag ini). Und erya, von dem wir oben angenommen haben, dass es ein betontes Wort für „sein“ oder „ihr“ darstellen könnte, fällt der Form nach zusammen mit dem Adjektiv erya „einzeln, allein“ (Etym, Eintrag ere). Mit der Erkenntnis dieser Kollisionen schrieb ich: „Einige werden zweifellos finden, dass sie beträchtliche Zweifel aufkommen lassen auf die ganze Angelegenheit der Extrapolation betonter Possessivpronomen parallel zu den attestierten Subjekt-Pronomen. Doch ich glaube tatsächlich, dass diese Extrapolationen so glaubwürdig sind wie eine Form eben sein kann, die nicht unmittelbar attestiert ist.“

Ich glaube noch immer, dass diese Formen relativ glaubwürdig sind, und ich wäre nicht überrascht, wenn tatsächlich ein unmittelbares Zeugnis solcher Bildungen in Tolkiens eigenen Manuskripten auftaucht. Doch was bereits aufgetaucht ist, ist Zeugnis für ein anderes System, und da dieses System weniger zweideutige Formen hervorbringt, ist es mit Sicherheit das System, das ich Schreibern auf jeden Fall empfehlen kann: Unabhängige Possessivpronomen können entwickelt werden, indem man die Adjektivendung -ya an die entsprechenden Dativformen anhängt! Ein attestiertes Beispiel ist menya als unabhängiges Wort für „unser“; es ist offensichtlich entwickelt aus men „uns, für uns“, der Dativform von me „wir“. Diese Pronomen auf -ya sollten im Numerus wie die Adjektive übereinstimmen, so dass menya zu menyë wird (für archaisches menyai), wenn es mit einem Hauptwort im Plural verknüpft ist: in experimentellen Varianten seines Quenya-Vaterunser schrieb Tolkien menyë luhtar oder menyë rohtar für „unsere Schuld“ (im Englischen Plural: „our trespasses“) (VT43:19).

Ein anderes Zeugnis für ein solches Possessivpronomen scheint ninya „mein“ zu sein, seit langem attestiert in Fíriel’s Song und nun zu verstehen als abgeleitet von dem Dativpronomen nin „für mich, mir“: Indo-ninya ist übersetzt mit „mein Herz“. Hier ist ninya einem Hauptwort als Suffix beigestellt, geradeso wie man es mit der einfacheren Endung -nya „mein“ machen würde, aber vielleicht legt indo-ninya mehr Betonung auf „mein Herz“ als indonya. Zweifellos könnte man also ninya indo sagen, mit einem Voranstellen des Pronomens.

Menya (Pl. menyë) und ninya bleiben die einzigen attestierten Possessivpronomen in dieser Form, aber offensichtlich könnten wir auch Pronomen haben wie tienya „ihr, ihres“ (vgl. Dativform tien in Tolkiens Quenya-Vaterunser) und lenya „euer“ (oder lyenya, wenn das Pronomen eindeutig Einzahl ist: „deine“). Doch da diese unabhängigen Possessivpronomen noch nicht wirklich gut verstanden waren (in Wirklichkeit kaum attestiert!), als ich diesen Kurs zum ersten Mal schrieb, tauchen sie in keiner der Übungen auf.