Übungen 18

(Autor: Helge Fauskanger - Übs: Brigitte Raßbach)

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Zusammenfassung von Lektion 18

Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!

Ergänzend zu den pronominalen Endungen, die wir an früherer Stelle in diesem Kurs behandelt haben, hat Quenya auch verschiedene unabhängige Pronomen (siehe Vokabel-Sektion unten). Ein Pronomen wie me  „wir“ oder „uns“ kann Fallendungen erhalten (z. B. Dativ men „für uns, uns“, Lokativ messë „auf uns“) oder wenn zwei Personen betroffen sind, duale Endungen (z. B. met „wir [beide]“).

Einige Quenya-Verben sind unpersönlich, benötigen also kein Subjekt, aber wo jemand nichtsdestotrotz von der Handlung betroffen ist, kann er in Dativ-Form eingebracht werden: Ora nin = „mich drängt“ = „ich fühle mich dazu getrieben [etwas zu tun]“.

Quenya-U-Stämme wie hlapu- fliegen [im Wind]“ bilden eine besonders unklare Gruppe von Verben. Das einzige, was wir mit absoluter Sicherheit wissen, ist dass ihr aktives Partizip mit Hilfe der normalen Endung -la gebildet wird, kombiniert mit einer Verlängerung des Hauptvokals des Verbs (außer er muss wegen eines folgenden Konsonantenclusters kurz bleiben; somit ist das Partizip von nurru- „brummen, grollen“ einfach nurrula, während das Partizip von hlapu- hlápula heißt). Frühes Material lässt vermuten, dass die 1. Vergangenheit von U-Stamm-Verben durch Anhängen der Präteritumsendung -në gebildet wird, obwohl wie keine Beispiele aus HdR-kompatibleren Formen des Quenya haben.

Das Wort kann auf verschiedene Weise angewendet werden. Es kann als Verneinung „nicht“ eingesetzt werden (und wird dann augenscheinlich vor das zu verneinende Wort, speziell das Verb, gesetzt). lá ist auch die Präposition „hinter“, und wird als solches in Wendungen eingesetzt, die mit Vergleich zu tun haben - VT42:32 zitiert die Wendung „A ná calima lá B“ für „A ist heller als B“ (wörtlich „A ist hell hinter B“ - beachten Sie, dass das Adjektiv calima „hell“ in seiner einfachsten Form auftaucht, ohne eine Endung, die dem -er von „heller“ entspricht).

Vokabeln

lempëa      fünfte(r/s)
enquëa                        sechste(r/s)
urco (urcu-)

 Kobold

 1) Verneinung "nicht", 2) Präposition "hinter, auch für einen Vergleich eingesetzt

ni 

 unabhängiges Pronomen "ich", Objektform nye "mich"

le  unabhängiges Pronomen "ihr" (Plural oder höfliche Einzahl, es sei denn wir übernehmen die davon unterschiedene Form lya für die Einzahl), wahrscheinlich als Objekt unverändert
tye  unabhängiges Pronomen "du" (vertraute Anrede)
me  unabhängiges Pronomen "wir" (ausschließend, vgl. das finale Element der pronominalen Endung -lme), wahrscheinlich unverändert, wenn man es als Objekt "uns" einsetzt;
ta unabhängiges Pronomen "es" oder "das", wahrscheinlich auch als Objekt unverändert; der Allativ tanna könnte eingesetzt werden = "dahin" (Nach VT43:20 verwendet eine andere Version von Quenya ta als Pronomen Plural "sie, ihnen", wenn sich das Pronomen auf Dinge und nicht auf Personen bezieht, aber in den Übungen unten habe ich ta im Sinne von Einzahl "das, es" verwendet, so wie es Tolkien in den Etym beschrieb).
te  "ihnen", möglicherweise auch Subjekt "sie", offensichtlich zumindest vor einigen Endungen tie- (attestiert ist die Dativform tien). (Immer noch laut VT43:20 bezieht sich te speziell auf Personen, während ta verwendet wird mit Bezug auf Sachen, wie oben angesprochen. Während wir hier ta in einem anderen Sinn verwenden, wird te in den Übungen für diesen Kurs tatsächlich nur verwendet mit Bezug auf Personen, obwohl das ein bisschen einen glücklichen Zufall darstellt - diese Information war noch nicht veröffentlicht, als ich diese Lektionen zum ersten Mal schrieb!)
palu-   ausdehnen, expandieren
or- (auch ora-)

drängen (unpersönliches Verb; zusammen mit dem Dativ verwendet, um auszudrücken, dass sich jemad gedrängt fühlt, etwas zu tun)

óla- träumen; (unpersönliches Verb; der Träumer wird in den Dativ gesetzt ("mir träumt")

Übungen


Beachten Sie, dass wir in den Übungen unten ebenso wie in den Lösungen „ihr“ als das Äquivalent zu den Quenya-„L“-Formen verwenden (Plural oder höfliche Einzahl), während mit „dich“ die vertraute Form für „du“ als Objekt Singular gemeint ist: tye. -  Was die Verneinungen angeht, so werden wir hier die unabhängige Verneinung einsetzen, anstatt das Verb zu verneinen. - Wir verwenden hier keine unabhängigen Subjekt-Pronomen, nur die an früherer Stelle besprochenen pronominalen Endungen.

1. Übersetzen Sie ins Deutsche:

  1. Utúlientë cenien me, lá cenien tye.
  2. Nai óluva len Eldaron!
  1. Neldë neri lelyuvar tanna, ar i Naucor tiruvar te, an i neri haryar harma i ná alta lá malta.
  2. I enquëa auressë ornë tien tulë ninna.
  3. I enquëa aran i nórëo ná saila lá atarerya i lempëa aran.
  4. Palunes coarya, cárala ta i analta coa i mallëo.
  5. Carnelyes tien; lá carnelyes men.
  6. Cennelmë le i cilyassë nu me, an lantanelyë mir ta.

 

2. Übersetzen Sie in Quenya:

  1. Mein rechter Arm ist stärker als mein linker Arm.
  2. Rufe sie zu [Allativ] mir! (Versammle sie bei mir)
  3. Die Kobolde beobachten mich (Verlaufsform), denn ich fürchte sie [Quenya: "fürchte von ihnen", Ablativ].
  4. Wir [ausschließend] werden nicht kommen, um dich in der Nacht zu sehen.
  5. Der Junge wird nicht von [Genitiv] Kobolden träumen.
  6. Die zwei Frauen sagten: "Dein König wollte uns [dualer Dativ] die Dinge nicht geben, die uns [dualer Ablativ] von seinen Kriegern genommen [oder "ergriffen" – mapainë, Pl.] wurden."
  7. Der Mann, der sein Haus erweitert, tut das, um viele Räume für [Dativ] all diese Dinge zu schaffen [machen].
  8. Der sechste Tag wird besser sein [nauva] als der fünfte Tag, und wir [ausschließend] werden uns nicht dazu bewegt fühlen, zu gehen [auta]. ["Besser als " = "gut jenseits"!]

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