Ordnungszahlen

(Autor: Helge Fauskanger - Übs: Brigitte Raßbach)

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Ordnungszahlen

Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!

Wir haben schon drei Ordnungszahlen eingeführt, minya „erste(r/s)“, (t)atya „zweite(r/s)“ und nelya „dritte(r/s)“. Alle drei enthalten die häufige Adjektivendung -ya (die auch in dem Wort Quenya „Elbisch“ selbst auftaucht). Doch es stellt sich heraus, dass die meisten Ordnungszahlen auf -ëa enden, das den letzten Vokal der entsprechenden Kardinalzahl ersetzt. Somit haben wir folgende Entsprechungen zwischen Kardinalzahlen und Ordnungszahlen:

canta              „vier“               vs. cantëa            „vierte(r/s)“

lempë             „fünf“               vs. lempëa            „fünfte(r/s)“

enquë             „sechs“          vs. enquëa            „sechste(r/s)“

otso                „sieben“         vs. otsëa                „siebte(r/s)“

tolto                „acht“             vs. toltëa                 „achte(r/s)“

nertë              „neun“             vs. nertëa                „neunte(r/s)“

Diese Tabelle basiert auf einer Darstellung von Eldarinzahlen, von Tolkien in den späten Sechzigern geschrieben, veröffentlicht in VT42:24-27 (siehe auch die Anmerkungen der Herausgeber auf den Seiten 30-31). Tolkien deutete an, dass das Wort für „fünfte(r/s)“ früher entweder lemenya oder lepenya gewesen sei (mit denselben Endungen wie in minya etc.), aber diese unregelmäßige Form wurde später ersetzt durch lempë, analog zu der einfachen Kardinalzahl lempë „fünf“. Tolkiens Notizen zeigen verschiedene Sichtweisen dessen, wann diese Ersetzung auftauchte (ob schon in der Zeit vor dem Exil oder später), aber zumindest ist klar, dass in Frodos Tagen lempëa das einzusetzende Wort war, um „fünfte(r/s)“ auszudrücken.

Sogar die Wörter für „zweite(r/s)“ und „dritte(r/s)“ könnten statt -ya die Endung -ëa aufweisen. Die Ordnungszahl (t)atya „zweite(r/s)“ wurde „früh ersetzt“ durch attëa, das eine regelmäßige Form darstellen würde, verglichen mit der Kardinalzahl atta „zwei“. Ebenso könnte nelya als Wort für „dritte(r/s)“ ersetzt werden durch neldëa, das deutlicher die Kardinalzahl neldë „drei“ wiederspiegelt (aber in diesem Fall ist nichts darüber ausgesagt, ob neldëa das nelya völlig ersetzt hat).

VT42:25 listet auch ein Wort für „zehnte(r/s)“ auf, quainëa, aber das setzt ein anderes Wort für „zehn“ voraus als die Form cainen, die in den Etymologies erwähnt wird. Eine Wurzel kay-, die mit der Zahl „zehn“ zu tun hat, scheint in Tolkiens Vorstellung mindestens die letzten dreißig Jahre herumgespukt zu habe, somit zögere ich, sie über Bord zu werfen, nur weil in einem späten Manuskript eine andere, divergierende Form auftaucht - aber das ist nicht der Ort, zu diskutieren, welche Formen wir als „gültig“ oder „anerkannt“ akzeptieren sollten. Die Ordinalzahl, die der Kardinalzahl cainen entsprechen würde, könnte entweder cainenya sein oder cainëa (aber kaum ?cainenëa).

Im Verlauf der nächsten drei Lektionen werden wir uns unseren Weg durch die attestierten Ordinalzahlen bahnen, beginnend mit dem Wort für „vierte(r/s)“ (cantëa).