Übungen 16

Autor: Helge Fauskanger - Übs. B. Raßbach

Verben auf -ta Der Imperativ nai-Formel Übungen 16

Zusammenfassung von Lektion 16

Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!

Der Instrumental hat grundsätzlich die Endung -nen, Plural -inen, Dual -nten (zumindest im Fall von Hauptwörtern mit einem Nominativ Dual auf -t; Hauptwörter mit Dualformen auf -u könnten vielleicht nur die einfachste Endung -nen an diesen Vokal anhängen). Die Instrumental-Endung wird an Hauptwörter angehängt, um sie als „Instrument“ oder Mittel zu kennzeichnen, mit dem eine Handlung getan oder ausgeführt wird, so wie Elben beschrieben werden als Wörter Bildende ómainen = „mit Stimmen“ (óma „Stimme“). Die Instrumentalendung könnte in etwa unserer Präpositionen „mit“ entsprechen, im Sinne von „mit Hilfe von“. Manchmal markiert die Instrumental-Endung ein Hauptwort und zeigt damit einfach an, was etwas geschehen lässt, so wie uns die erste Zeile des Namárië mitteilt, dass die Blätter súrinen = „im Wind“ fallen. Nach einem passiven Partizip kann ein Hauptwort im Instrumental anzeigen, wer oder was die beschriebene Situation herbeiführte, so wie Túrin beschrieben ist als turún’ ambartanen, „gemeistert durch das Schicksal“.

Verben mit einem unbetonten Vokal + Endung -ta scheinen in der 1. Vergangenheit die Form -tánë zu haben (beachten Sie das lange á) und ihre passiven Partizipien bilden sie auf -nta. Attestierte Beispiele sind airitánë, 1. Vergangenheit von airita- „heiligen“, und envinyanta, passives Partizip von envinyata- „erneuern, heilen“. Diese Verben sind kausative Formen, abgeleitet von Adjektiven mit Hilfe der Endung -ta, so wie airë (airi-) „heilig“ die Grundlage des kausativen Verbs airita- „heilig machen“ = „heiligen“ ist.

Quenya-Imperative werden mit dem Partizip á gekennzeichnet (Variante a, verneint áva „tu nicht“), platziert vor dem Stamm des Verbs: A laita = „preise (tu preisen)!“, á vala „regiere (tu regieren)!“ In diesem grammatikalischen Kontext nimmt der Stamm von Primärverben die Endung an, wie in der verneinten Anordnung áva carë „tu(´s) nicht!“. Einige wenige (alte, fossile?) Befehlsformen ersetzen den imperativen Partikel á oder a durch die ihm entsprechene Endung -a (elaxxxxxxx“, heca! „bleib weg!“)

Das Wort nai mit der Bedeutung „möge es sein, dass...“ kann an den Anfang eines Satzes gestellt werden, um einen Wunsch auszudrücken: Nai tiruvantes „mögen sie ihn bewachen“ (vgl. tiruvantes „sie werden es bewachen“). In unseren attestierten Beispielen wird nai an den Anfang eines Satzes gestellt, der ein Verb in der Zukunftsform enthält; ob nai auch mit anderen Zeiten kombiniert werden kann, ist unklar.


Vokabeln

       

nelya   dritter (Der Originalname des Dritten Clans der Elben war Nelyar, wörtlich „Dritter, die Dritten“, obwohl der Eldarinzweig dieses Clans später stattdessen Lindar oder Teleri genannt wurde [WJ:380, 382].)

á                                     

Imperativ-Partikel (Variante a, aber wir werden hier á verwenden)
áva                  tu nicht (d. h. der Imperativ-Partikel, kombiniert mit einer Verneinung. Auch in der Form avá, das einzige attestierte, zweisilbige Wort, von dem wir definitiv wissen, dass es auf der letzten Silbe betont wird [WJ:371] – aber wir werden hier áva verwenden.)
rac                         brechen
envinyata                         erneuern
airita                         heiligen
harna- verwunden (und das passive Partizip ist augenscheinlich auch harna, definiert als „wounded“ („verwundet“) unter dem Eintrag skar in den Etymologies. Die adjektivische oder Partizipform harna "verwundet" ist die ursprüngliche Ableitung aus der Ur-Wurzel; möglicherweise kam harna- auch als Verbstamm für „verwunden“ in Gebrauch. Natürlich sollte, wenn dieses Wort ein regulärer A-Stamm geworden sein sollte, das passive Partizip dann wohl ?harnaina. Aber die Endung -ina ist einfach eine längere Variante der Endung -na, die von Anfang an vorhanden ist, und sie zweimal an dasselbe Wort anzuhängen sollte kaum nötig sein!)

namba                         

Hammer

ehtë                         

Speer

yána                        

 heiliger Platz, Heiligtum

nilmë                         

Freundschaft

Rómen 

der Osten (das - am Anfang ist eng verwandt mit dem or- des Verbs orta- "sich erheben", da die Sonne im Osten aufgeht.)

 

Übungen

 

1. Übersetzen Sie ins Deutsche:

  1. Utúlies Rómello ninquë rocconen.
  2. I nér harnanë i rá ehtenen, ar eques: "Áva matë yondonya!"
  3. Quentelmë i Eldanna: "Nilmelva ná envinyanta annalyanen!"
  4. I nelya auressë quentes i vendenna: "Á carë ya merilyë!"
  5. Quen umë polë hirë harma nurtaina Naucoinen, an Nauco melë núravë i malta ya haryas.
  6. I nér ná harna rassenten i lamno; nai úvas firë!
  7. Lindëas alassenen.
  8. Á lelya i ostonna ar á quetë i taura tárinna: "Nai varyuvalyë nórelva i úmië ohtarillon!"

2. Übersetzen Sie in Quenya (und verwenden Sie durchgehend den unabhängigen Imperativ-Partikel anstelle der Endung -a, die möglicherweise nur in fossilen Formen auftaucht):

  1. Er sagte zu dem Zwerg: „Zerbrich den Becher mit einem Hammer!“
  2. Mit dem Schiff ging ich weg [erste Vergangenheit von auta-] in ein fernes Land im Osten.
  3. Die Stadt ist von großen Mauern geschützt, und Krieger, die mit Speeren kämpfen, können die Wälle nicht zerbrechen.
  4. Calandil sagte zu seinem verwundeten Sohn: „Stirb nicht!“
  5. Möge deine Königin das Heiligtum finden, geheiligt von den Elben!
  6. Der König und die Königin gingen zu meinem Haus und erneuerten unsere (ausschließend) Freundschaft mit großen Geschenken.
  7. Sie ergreift den Jungen mit ihren Händen (dual), und sie sagt: „Gehe nicht zum Fluss!“
  8. Die Frau, die in dem dritten Haus in der Straße lebt (/wohnt), sagte zu dem Elben: „Beobachte die Männer, die von dem Heiligtum kommen (Verlaufsform), das du auf dem Hügel siehst, diejenigen, die nach Osten gehen.“

Lösungen