Lektion 16

Autor: Helge Fauskanger - Übs. B. Raßbach

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Lektion 16

Der Instrumental
 Verben mit unbetontem Vokal 
 Der Imperativ 
  Die nai-Formel  

Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!

Wenn wir die Information aus dem Plotz Letter als Tolkiens definitive Version des Quenya-Fallsystems akzeptieren, so haben wir nun alle Fälle von Quenya-Substantiven besprochen, mit Ausnahme von zweien. Einer von ihnen ist etwas unklar; Tolkien lieferte dazu keine weitere Information, teilte uns nicht einmal mit, wie dieser Fall genannt wird. Die relevante Endung ist -s, Plural -is. Das Layout des Plotz-Letters lässt vermuten, dass dieser „mysteriöse Fall“ einfach eine kürzere, alternative Form des Lokativs darstellt: Das Wort, das diesen Fall beispielhaft verdeutlicht, steht in Klammern unter der Lokativform desselben Wortes. Vielleicht könnte man anstelle von coassë „in einem Haus“ bzw. Plural coassen „in Häusern“ die kürzeren Formen coas, Pl. coais, verwenden. Doch solange wir uns in der Funktion dieses Falles nicht völlig sicher sind, werde ich dazu keine Übungen erstellen. Demgegenüber ist die Funktion des letzten der Quenya-Fälle, den wir in diesem Kurs behandeln werden, relativ gut verstanden. Es ist:

Der Instrumental

Die Regel für die Bildung des Instrumental kann (für pädagogische Zwecke!) ziemlich leicht aufgestellt werden: Hängen Sie einfach -en an die Dativform! Wo wir beim Dativ also die Endung -n finden, entsprechend im Plural -in und im Dual -nt, hat der Instrumental die Endungen -nen, Plural -inen, Dual -nten. Bevor wir die Funktion dieses Falls behandeln, werden wir einige zusätzliche Details über instrumentale Formen als solches einfügen.

Wir müssen annehmen, dass die grundsätzliche instrumentale Endung -nen an Hauptwörter auf -n und -r direkt angehängt werden kann, ohne unmögliche Häufungen hervorzubringen, also könnten wir elennen bilden als Instrumental von elen „Stern“, oder Anarnen als Instrumental von Anar „Sonne“. (Diese instrumentalen Formen würden natürlich auf der vorletzten Silbe betont, weil auf den Vokal in dieser Silbe die Konsonantencluster -nn- bzw. -rn- folgen.) Hauptwörter, die auf -s enden und Stämme auf -r- haben (für älteres -z-), würden wahrscheinlich im Instrumental ebenfalls -rn- zeigen, z. B. olornen als Instrumentalform von olos, olor- „Traum“. Von Hauptwörtern auf -n mit Stämmen auf -m- müssen wir annehmen, dass sie den Instrumental auf -mnen bilden, z. B. talamnen als Instrumental von talan, talam- „Boden“.  Aber ab hier können wir nicht sicher sein. Da die Gruppe ln in Quenya normalerweise zu ld wird, könnte es sein, dass der Instrumental von z. B. estel „Vertrauen, Hoffnung“ ?estelden sein sollte, für ein älteres estelnen. In anderen Fällen, wie bei Hauptwörtern auf -t, wird es sogar noch schwieriger. Was ist der Instrumental eines Hauptwortes wie nat „Ding“? Da **natnen keine mögliche Quenya-Form darstellt,  würde es vielleicht zu ?nanten mit einer Metathesis tn > nt, oder würde ein verbindender Vokal (vielleicht -e-) auftauchen, um eine Form wie natenen hervorzubringen? Im Fall von Hauptwörtern mit speziellen Stammformen, die auf Konsonantenhäufungen enden, muss ein verbindender Vokal vor der Endung -nen eingefügt werden; der Instrumental von nís (niss-) „Frau“ könnte in etwa wie nissenen lauten.

Wenn ein Wort wie ambar „Schicksal“ mit einem Instrumental ambartanen zu sehen ist, könnte ein anderer, lange verlorener finaler Vokal vor Fallendungen ebenfalls erhalten sein (dieses Beispiel wird weiter unten näher besprochen). Der Stamm von ambar könnte mit ambart(a)- gegeben sein: Wahrscheinlich endete das Wort viel, viel früher im Urelbischen auf -rta, aber außer wenn grammatikalische Endungen sie nicht abschirmten, gingen der letzte Vokal und (später) das -t verloren.

Wenn die Pluralendung -inen an ein Hauptwort angehängt wird, das auf einen der drei Vokale -a, -o oder -u endet, verschmilzt das initiale -i- der Endung mit dem letzten Vokal des Hauptwortes zu einem Diphthong. Da damit eine neue vorletzte Silbe entsteht, erhält diese natürlich die Betonung. So finden wir in WJ:391 ómainen als Instrumental Plural von óma „Stimme“, die Form ómainen wird dabei auf dem Diphthong -ai- betont.  Hauptwörter, die auf -ë enden, könnten sich ursprünglich ähnlich verhalten haben, so dass lassë Blatt ursprünglich den Instrumental lasseinen bildete, betont auf dem Diphthong ei - aber in Quenya wurde aus dem älteren ei möglicherweise ein langes í, und der Plotz Letter deutet auf lassínen als aktuelle Form. Natürlich erhält dieses lange í nach wie vor die Betonung, wie jeder lange Vokal, wenn er in der vorletzten Silbe eines Wortes auftaucht. Es ist möglich, dass Hauptwörter, die auf -i enden, wie tári „Königin“, auch im Instrumental Plural í zeigen, tári+inen sich also in tárínen manifestiert, da zwei kurze i´s zu einem langen í verschmelzen würden. Diese Pluralform tárínen, betont auf dem í in der vorletzten Silbe, würde dann dem Singular tárinen gegenüberstehen, betont auf tár-. Hauptwörter auf mit Stämmen auf -i könnten sich ähnlich verhalten. Der Instrumental Singular des Hauptwortes lírë, líri- „Lied“ ist im Namárië attestiert als lírinen (das wäre einfach líri+nen); vielleicht wäre die Pluralform lírínen (für líri+inen).

Ein letztes Mal in diesem Kurs muss ich den Studenten mit der Frage der dualen Formen langweilen: Einige Instrumentale im Dual haben, wie bei Plotz angedeutet, die Endung -nten, aber das duale Element ist offensichtlich das t, das in die einfachste Form der Instrumentalendung, das -nen, eindringt. Ist somit die Endung -nten eine Eigenart jener Hauptwörter, die duale Formen auf -t bilden, während Hauptwörter mit einem Nominativ Dual auf -u stattdessen die einfachste Endung -nen nach diesem -u anhängen? Ich neige zu dieser Ansicht; der Instrumental von Aldu „Zwei Bäume“ wäre dann Aldunen anstelle von ?Aldunten (oder ?Aldanten oder was auch immer).

Wie der Name vermuten lässt, ist die Funktion des Instrumental, das „Instrument“ (im weitesten Sinn) zu identifizieren, mit dem eine Handlung ausgeführt wird. Das beste verfügbare Beispiel ist vielleicht in der Formulierung i carir quettar ómainen „jene, die Wörter mit Stimmen bilden“, enthalten (WJ:391). Diese Beschreibung der Elben, mit dem Instrumental Plural von óma „Stimme“, identifiziert eindeutig deren Stimmen als „Instrument“ oder Mittel, mit dem sie die Worte bilden. Da es keinen Instrumental hat, verwendet das Deutsche oft stattdessen die Präposition „mit“, das Englische „with“, wie in Tolkiens Übersetzung von ómainen: „with voices“. Es sollte jedoch klar sein, dass die Instrumentalendungen Quenyas dem „mit“ nur entsprechen, wo diese Präposition „mit Hilfe von“ bedeutet (i carir quettar ómainen könnte man auch übersetzen mit „jene, die mit Hilfe von Stimmen Wörter bilden“).

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass die Endungen, die den Instrumental kennzeichnen, verwendet werden könne für „mit“ im Sinn von „zusammen mit“ (und bitte erlauben Sie mir, bei diesem Punkt einen Augenblick zu verweilen, denn einige Schreiber haben offensichtlich den Quenya Instrumental auf diese Weise missbraucht!) Ein Satz wie „ich sah sie mit einem Elben“ kann kaum übersetzt werden mit **cennenyet Eldanen, denn wenn das überhaupt einen Sinn macht, dann bedeutet es, dass der Elb das Instrument darstellt, mit dem „ich sie sah“! Andererseits wäre es in einem Satz wie „ich sah sie mit meinem Fernglas“ durchaus in Ordnung, für die Präposition „mit“ den Instrumental einzusetzen. (Zu meinem Bedauern kann ich die tatsächliche Quenya-Formulierung nicht rekonstruieren, denn Tolkien scheint nirgendwo ein elbisches Wort für „Fernglas“ erwähnt zu haben: vielleicht brauchten die scharfsichtigen Elben ein solches künstliches Hilfsmittel einfach nicht!) In einem Post in Elfling vom 18. September 2002 illustrierte Kai MacTane auf nette Weise, wie sich die Bedeutung des Instrumental unterscheidet von „mit“ im Sinn von „zusammen mit“:

Das ist das instrumentale „mit“ (z. B. „unter Verwendung von“), nicht das begleitende „mit“ (z. B. „zusammen mit“). Für das begleitende „mit“ verwenden Sie die Präpositon as...

„Ich komme hier mit einem Elben“: Tullen sinomë as Elda. (Das heißt, ich kam hier an, und ein Elb kam mit mir hierher.)

            aber:

I ulundo palpanë i Nauco Eldanen: „Das Monster erschlug den Zwerg mit einem Elben“. (Das heißt, das Monster nahm den gesamten Elb hoch und verwendete ihn, um ihn gegen den armen Zwerg zu klatschen.)

Instrumental und begleitend: zwei große Geschmacksrichtungen, die nie verwechselt werden sollten.   

(Zitatende MacTane.) Die Quenya-Instrumentalendungen können auch mit anderen Präpositionen als „mit“ wiedergegeben werden. Die beiden Instrumentale, die im Namárië auftauchen, übersetzte Tolkien als Wendungen mit der Präposition „in“;  dennoch wird aus dem Kontext klar, dass der Instrumental hier keinesfalls in einen Bereich eindringt, der sonst vom Lokativ abgedeckt wird. Die erste instrumentale Form erscheint am Ende der ersten Zeile des Liedes: Ai! laurië lantar lassi súrinen, „Ah! Wie Gold fallen die Blätter im Wind“. Trotz Tolkiens Übersetzung („ah! like gold fall the leaves in the wind“) zeigt der Kontext, dass der „Wind“ (súrë, súri-) hier als „Instrument“ gedacht ist, der die Blätter fallen lässt: „im Wind“ bedeutet hier in Wirklichkeit „mit Hilfe des Windes“, oder einfach „wegen des Windes“. Dieses Beispiel zeigt, dass der Quenya Instrumental auch einfach den Grund anzeigen kann, warum etwas passiert (wobei die Instrumental-Endung das Hauptwort kennzeichnet, das es geschehen lässt). Das zweite Beispiel für den Instrumental im Namárië ist ähnlich und betrifft das Hauptwort lírë, líri- „Lied“: Aus der Prosaversion in RGEO zitiert: Vardo...tellumar, yassen tintilar i eleni ómaryo lírinen, das heißt „Vardas ... Hallen, in denen bei dem Gesang (Klang) ihrer Stimme die Sterne funkeln“ (engl. lt. Tolkien: „....by the song“, ómaryo lírinen = „ihrer Stimme Gesang-mit). Es ist also der Gesang von Vardas Stimme, der die Sterne funkeln lässt, und das Wort für „Gesang“ wird dementsprechend mit der Instrumentalendung -nen gekennzeichnet.

Eine andere Instrumentalendung, die von Tolkien mit „in“ übersetzt wird, ist in Fíriel's Song zu finden, in einer Zeile, die mitteilt, dass die Valar jedem die Geschenke Ilúvatars lestanen = „in measure“, „im richtigen Maß“ gaben. Hier erzählt uns das Hauptwort im Instrumental etwas darüber, wie die Handlung ausgeführt wurde.

Das Markirya Poem enthält den Instrumental Plural (mit der Endung -inen) des Wortes  ráma „Schwinge“ und bezieht sich auf die Segel eines Schiffes poetisch als seine „Schwingen“: Das Schiff wird beschrieben als wilwarin wilwa...rámainen elvië, was in etwa bedeutet „flatternd wie ein Schmetterling ... auf sternengleichen Schwingen“ (oder „mit sternengleichen Schwingen, „mit Hilfe von sternengleichen Schwingen“). Wir könnten uns ein weniger poetisches Beispiel vorstellen, das dieselbe Form des Instrumental Plural verwendet, z. B. aiwi vilir rámainen, „Vögel fliegen mit (oder unter der Verwendung von) Flügeln“. Wenn wir über einen einzelnen Vogel sprechen, könnten wir einen Instrumental Dual verwenden: aiwë vilë rámanten, „ein Vogel fliegt mit [einem Paar von] Flügeln“.

 Ein (und tatsächlich auch das einzige) Beispiel einer Instrumentalform, das im Silmarillion auftaucht, ist von besonderem Interesse. Gegen Ende von Kapitel 21, Von Túrin Turambar, spricht Níniel von ihrem Bruder als Turambar turun ambartanen, „Meister des Schicksals, vom Schicksal gemeistert“. UT:138 deutet an, dass die sauberere Schreibweise Turambar turún' ambartanen wäre. Dieser Satz ist aus verschiedenen Gründen etwas Besonderes. Das Wort für „Schicksal“ ist hier ambar mit dem Stamm ambart(a)-, wie im Namen Turambar „Meister des Schicksals“ und in dem Instrumental ambartanen „durch das Schicksal“. Andere Quellen deuten auf umbar als Quenya-Wort für „Schicksal“ (es ist sogar im Anhang E des HdR erwähnt, als Name eines Tengwa-Buchstabens).  Ambar erscheint an anderer Stelle mit der Bedeutung „Welt“, wie in Elendils Proklamation im HdR (wo verwiesen wird auf Ambar-metta oder das „Ende der Welt“), aber ambar „Schicksal“ deckt sich nur teilweise mit diesem Hauptwort, da sich die Stammform amart(a) unterscheidet. Es ist denkbar, dass das „reine“ Quenya-Wort für „Schicksal“ umbar war, im Quenya des Exils tauchte jedoch unter dem Einfluss des entsprechenden Sindarinwortes (ammarth oder amarth) die Variante ambar auf. Wir müssen Vertrauen haben: vielleicht erklärt Tolkien die scheinbaren Diskrepanzen in einer noch nicht veröffentlichten Notiz.

Eine andere, eigentümliche Besonderheit von Níniels Ausruf ist das Wort turun oder genauer turún’, übersetzt mit „mastered“, gemeistert. Die Übersetzung scheint anzudeuten, dass es sich um ein passives Partizip handelt, und die vollständige Form müsste turúna lauten, das finale -a fällt hier weg, weil das nächste Wort (ambartanen) mit demselben Vokal beginnt. Diese Form turún[a] „gemeistert“ muss verwandt sein mit dem Verb tur- „regieren, kontrollieren, beherrschen“, das wir in Lektion 7 eingeführt haben. Doch nach den Regeln für die Bildung von Partizipien, die wir in Lektion 10 herausgearbeitet haben, sollte das Partizip von tur- turna lauten (vgl. carna „gemacht“ als attestiertes passives Partizip von car- „machen“), oder, weniger wahrscheinlich, túrina (vgl. rácina „gebrochen“ als attestiertes Partizip von rac- „brechen“). Die Form turún[a] ist ziemlich verwirrend. Sie könnte zu einer speziellen Phase von Tolkiens Quenya-Entwicklung gehören, ein später aufgegebenes Experiment. Da wir uns hier mit posthum veröffentlichtem Material befassen, könnne wir niemals sicher sein, dass alle linguistischen Beispiele die letzten Entscheidungen des Professors hinsichtlich dessen darstellen, wie die Quenya-Grammatik „wirklich“ sein sollte.

Wir müssen hoffen, dass zukünftige Veröffentlichungen mehr Licht auf die fremdartige Form turún[a] werfen, aber wenn wir sie als eine Art passives Partizip betrachten, können wir in Níniels Ausruf eine wichtige Grammatikregel ausmachen: Nach einem Partizip kann der Handelnde, der den beschriebenen Zustand zustandebrachte, als Hauptwort im Instrumental eingeführt werden. In unserem Beispiel wurde Túrin Turambar „gemeistert“, und da Níniel Information darüber hinzufügen wollte, was ihren Bruder „gemeistert“ hatte, verwendete sie den Instrumental amartanen = „vom Schicksal“. Ein weniger schwermütiges Beispiel mit técina „geschrieben“, dem passiven Partizip des Verbs tec- „schreiben“: Wir können die Wendung formulieren: i parma técina i Eldanen, „das Buch, geschrieben von einem Elben“. Nach einem Partizip kann der Instrumental sicher auch seine grundlegendste Funktion übernehmen, nämlich ein Instrument zu bezeichnen, so dass wir eine Wendung wie técina quessenen, „geschrieben mit einer Feder“, bilden können (quessë „Feder“).

Wir müssen annehmen, dass die Instrumental-Endungen an das Relativpronomen ya- angehängt werden dürfen, um „mit dem“ auszudrücken: Singular i cirya yanen lenden amba i sírë „das Schiff, mit dem ich den Fluss hinaufging“ (amba = "hinauf"), Plural i ciryar yainen... „die Schiffe, mit denen...“, Dual i ciryat yanten... „das Schiffspaar, mit dem...“

Obwohl unsere attestierten Beispiele andere Fälle betreffen, gibt es keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Instrumentalendungen auch mit besitzanzeigenden pronominalen Endungen kombiniert werden können - was zu Formen führt wie mányanen „mit meiner Hand“, „unter Verwendung meiner Hand“ (má-nya-nen „Hand-meine-mit“).

In der Kombination mit einem Gerundium (Endung -ië) kann der Instrumental vielleicht die Vorstellung von „durch das Tun von diesem und jenem“ ausdrücken, z. B. tiriénen „durch das Beobachten“ (z. B. in einem Satz wie „Ich fand es durch Beobachten heraus“). Wenn die Instrumentalendung an Hauptwörter auf -ië angehängt wird, wird der Vokal vor der Endung wahrscheinlich verlängert und erhält somit die Betonung (und vermeidet eine sonst unschöne Betonung): So bin ich eher für tiriénen als für ?tirienen, das auf dem zweiten i betont werden müsste. Wir haben kein attestiertes Beispiel mit einem Instrumental, aber vergleichen Sie Tolkiens tyaliéva als Possessiv von tyalië „Spiel“. Der Instrumental wäre dann also wahrscheinlich tyaliénen. Solche Vokalverlängerung - offensichtlich zur Vermeidung von beschwerlichen Betonungregeln - ist auch in anderen Satzteilen zu beobachten, wie wir im nächsten spannenden Abschnitt entdecken werden: